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Frankfurt-Kennerin: Prinzessin vom Main

Von Zeichen und Wunder: Warum Ingrid Steeger und ich im nächsten Leben Erdmännchen werden wollen.

Das alte Kaufhaus Schneider ist schon lange von der Zeil verschwunden, der Stoff Rogge, dessen Inhaber einst Stammkunde in unserem Travestie-Cabaret war, ebenfalls. Er hat uns immer wundervolle Stoffe geschenkt, daraus nähten einige Artisten dann tolle Kostüme. Ratter, ratter mit der Nähmaschine, Brokat und Gold und dann eine Marabu-Boa drüber vom Kaufhaus Schneider.

Wohin verschwinden die Geschäfte? Wohin verschwinden mit ihnen die Menschen?
Wo ist die hilfsbereite Lady aus der Abteilung der Abendkleider wohl geblieben und die Bedienung oben aus dem Café auf dem Dach des Hauses. Wenn man gepflegt und in Ruhe einkaufen geht, investiert man. In Ware und Zeit und somit in sich selbst.
 
Man liest ja immer nur in Zeitung oder Internet von Schließungen, Streichungen und Neuerungen. Von den Menschen liest man nichts. Nur Zahlen. Hundertfünfzig Entlassungen. Oder achthundert Stellen werden gestrichen. Überall erscheinen dann Plätze, an denen weniger Menschen mehr arbeiten sollen für noch weniger Geld.
Damit sich Anleger und Investoren stolz lächelnd „ihren“ Gewinn einstreichen können.

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Das ist leider eine Endlos-Schleife, denn solange die Gier regiert und der Geiz als geil bezeichnet wird, sehe ich schwärzer als schwarz. Immobilien werden als Ware gehandelt, mit Lebensmitteln wird gezockt, und der Riesenkonzern Nestlé behauptet, Trinkwasser sei „kein Menschenrecht“.
 
Diese Aussage hat kein Gewissen. Sie gleicht dem Satz: „Geh sterben“, aufs Haar.
Gewissen ist mittlerweile zum Luxus geworden, wer leistet sich denn heutzutage noch ein Gewissen?

Dass Menschen einfach verschwinden, das hatten wir ja schon. Das wird auch nie bemerkt, weil sich alle nur um sich selbst kümmern. Auf der Zeil, dort, wo heute der Karstadt steht, war früher das Warenhaus „Wronker“ und auch die Feinkostkette „Witwe Hassan“, deren jüdische Besitzer von den Nazis drangsaliert wurden und fliehen mussten. Vor vielen Häusern findet man übrigens sogenannte Stolpersteine, die darüber Auskunft geben, wer wann aus welchen Gebäuden gewaltsam in den Tod geschleppt wurde.

Stellen Sie sich einfach mal vor, es kommen morgen in aller Hergottsfrühe gewalttätige Männer in ihr Geschäft oder ihre Wohnung, hauen ihnen eins vor den Kopf und verwüsten zum Auftakt mal die Auslagen oder die gesamte Einrichtung. Den Telefonanschluss reißen sie heraus und legen einen Brand. Ach ja, bevor ich es vergesse: Sie haben kein Handy, und die Polizei brauchen Sie auch nicht zu rufen.
Das interessiert die nicht. Das darf die auch nicht interessieren.

Meine Freundin Ingrid Steeger sagte mir immer, dass sie im nächsten Leben als Elefant geboren werden möchte. Nun, eine dicke Haut bzw. ein dickes Fell zu haben, ist sicher kein Nachteil. Aber vor ein paar Tagen hat sie ihren Wunsch abgeändert. Sie möchte nun ein Erdmännchen werden. „Erdmännchen werden nicht gejagt. Sie sind so niedlich. Wie die sich so aufstellen und dann ab in die Löcher. Das sind Hordentiere und passen aufeinander auf. Ein Erdmännchen muss auch keine Lasten tragen. Da gibt's so eine richtige Wache. Einer steht da, und der andere steht da, dann piepsen sie - und zack sind sie alle in den Löchern drin.“

Ja, da wäre ich dann auch gerne ein Erdmännchen, das kommt meiner Lebenseinstellung sehr nah. Nun kann man über Reinkarnationen denken, was man möchte, man kann glauben, was man will. Eines jedoch ist klar, der Tod ist nicht das Ende.

So rate ich: Benehme dich und leiste dir frühzeitig ein Gewissen.

Ich hatte zwar noch keine Nahtoderfahrungen, und Hellsehen kann ich ebenfalls nicht, aber mir sind viele Wunder begegnet. Ich habe sie selbst gesehen, gehört und erleben dürfen. Glücklicherweise ist stets immer noch jemand dabei gewesen, wenn Derartiges passierte. Freundinnen, Freunde und auch Fremde. Ich habe gelernt, mit den Zeichen und Begegnungen von klein auf zu leben. Das macht mich reich, zufrieden und unendlich glücklich.

Ich brauche nicht gierig sein, nicht neidisch und kann meinem Herzen folgen, denn es zeigt mir den Weg. Das kann jeder, nur hat es fast jeder vergessen.

Auch habe ich mein letztes Leben in Frankfurt verbracht und wurde in Wiesbaden wiedergeboren. Wer's glaubt wird selig? Ja, das bin ich. Und darüber werde ich bald ein Buch veröffentlichen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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