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Frankfurt-Kennerin: Prinzessin vom Main

Von Alle für keinen, keiner für alle. Das Leben als Einzelkämpfer ermüdet. Dabei könnte alles so einfach sein...
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Wenn man zusammen hält, hält man auch mehr aus. Wer kennt das nicht? Irgendwo steckt immer ein kleiner Fehlerteufel, der hämisch grinsend seine große Macht demonstriert. Ich glaube auch, wenn man alles zackig erledigen will, dann stellt er einem noch ein Extra-Bein. Und was schnell erledigt werden sollte, ist dann schnell im Arsch. Beim Ausparken nicht richtig nach hinten geguckt, da kann ja theoretisch auch keiner kommen. Bumm, es kommt doch einer, und schon verbringt man den Tag ganz anders als geplant. Mit einem Unfallgegner statt mit einem Treffen zum Frühstück vielleicht mit dem Freund. Im Supermarkt nicht richtig hingeguckt, und schon hat man im Regal etwas erwischt, was einem nicht gut bekommt. Kreuzallergiker und alle anderen Sensiblen können ein Lied davon singen aus dem Chor der roten geschwollenen Köpfe.

Es ist so wichtig, dass man sich für sich und andere Menschen Zeit nimmt. Zeit zum Zuhören, Zeit zum Lesen und Zeit zum Spazierengehen. Da wären wir bei der Zeit, die ja täglich 24 Stunden zur Verfügung steht. Nur meistens nicht zur richtigen Zeit. Wenn ich schlafen will, dann bohrt der Nachbar. Wenn die Sonne scheint, dann muss ich im Büro sitzen, und wenn ich in den Urlaub möchte, dann wird ein Kollege krank. Nun kann man nicht wissen, wann der Nachbar renovieren möchte. Der Nachbar weiß auch nicht, dass ich schlafen will. Der Sonne ist es auch piepegal, wo ich sitze, während sie zu scheinen gedenkt. Ja, und der Kollege hat sich sein Schicksal auch nicht ausgesucht, er wollte mir mit Sicherheit nicht die so dringend benötigte Ferienwoche stehlen.

Wie macht man es nur, das Leben ruhiger und effektiver zu gestalten, wenn sich nun alles praktisch gegen einen verschworen hat? Also ein Patentrezept gibt es nicht. Der Mensch ist ein Mensch und somit nicht unfehlbar. Eine Maschine kann vielleicht unsere Arbeit etwas erleichtern, aber sie wird den Mensch nicht ersetzen können. Maschinen machen auch viele Fehler, nur die Maschinen kann man nicht in den Knast stecken. Den Menschen, der sie fehlerhaft bedient hat, den jedoch schon.

Meistens macht man Fehler, wenn man unter Zeitdruck gerät. Zeit ist Geld. Ich verzichte lieber auf Geld als auf Freunde und Zeit. Man kann sich wunderbar untereinander austauschen, helfen und gemeinsam zu einer guten Lösung kommen. Jeder ist wichtig, jeder Mensch kann etwas, und es gibt viele Dinge im Leben, die sind einfach unbezahlbar.

In den kommenden Jahren werden Menschen wieder näher zusammenrücken. Das kann ich vorhersagen. Nicht unbedingt nur aus dem Grund, dass der Wohnraum immer knapper wird. Immer mehr werden erkennen, dass es ganz einfach ist, wenn man Hand in Hand arbeitet und sich arrangiert. Eine Gated Community der Herzen. Der eine hat z.B. ein Haus, welches er nicht mehr alleine bewohnen kann oder möchte. Er möchte auch nicht ausziehen, weil er an seiner Heimat hängt. Also werden jüngere Menschen zur Unterstützung einziehen, ihm so die notwendige  Gesellschaft leisten und hilfsbereit zur Seite stehen. Da kann ein junger Mensch dann auch mal auf die Reise gehen, denn er muss sich in der Zeit keine Sorgen machen um seine Unterkunft, denn die steht bereit. Der eine kommt, der andere geht, und alle helfen sich den Bedürfnissen entsprechend bei der Arbeit und der Freizeit in gesunden und in kranken Tagen. Einfach fragen. Das Haus der offenen Türen, so stelle ich mir das vor.

Allerdings müssten wir alle unsere Vorurteile abbauen, und wir dürften uns nicht so gegeneinander aufhetzen lassen. Angst vor Diebstahl muss nur derjenige haben, der etwas besitzt, was man klauen kann. Aber wenn man mal drüber nachdenkt, ist es wirklich so wichtig, Gegenstände zu horten oder Vermögen anzuhäufen? Die Gesellschaft ist so auseinandergedriftet, es wird Zeit sich ein Federbett voll guter Freunde neu aufzuschütteln. Im Kleinen beginnen, im Ganzen gewinnen.

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