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Frankfurt-Kennerin: Prinzessin vom Main

Von Im nächsten Leben versuche ich's mal im Rotlichtviertel. Aber garantiert auf meine ganz eigene Weise.
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Gestern habe ich eine transsexuelle Frau getroffen, sie saß in einer Bar in der City und war umlagert von Jungs. Sie arbeite als Domina, erzählte sie mir, und habe ein eigenes Studio. Dieses müsse sie nun schließen, weil es irgendwie neue Gesetze gebe. „Die Stadt will uns alle in die Wasserstraßen reinzwängen, dann haben sie uns alle im Blickfeld.“

Ich guckte wie ein Auto. Wasserstraßen? Was ist das denn? „Na, Elbe, Weser, Moselstraße und so“, klärte sie mich auf. Also kurzum: ins Rotlichtviertel von Frankfurt next to the Bahnhof.

Sie hat Mitarbeiterinnen, die sie beschäftigt und über lange Zeit mit viel Einfühlsamkeit ein gut funktionierendes Studio aufgebaut, sie hat investiert und fühlt sich nun in einer misslichen Lage. „Das hat die Alice Schwarzer uns eingebrockt mit ihren Frauenschutz-Scheiße“, sinnierte sie weiter, und ich musste kurz überlegen. „Das ist doch die Tante von der Emma, die mal Steuerschwierigkeiten hatte vor ein paar Jahren“, fiel mir dazu ein.

Was weiß ich schon von Alice Schwarzer, auf jeden Fall weiß die Tante Alice S. nix vom Gewerbe und dem Zusammenhalt, der dort oft besteht. Die Frau hat ja nun wirklich keine blütenweiße Weste, auch die Frau Käßmann wurde nach ihrer Promillefahrt leichten Herzens wieder in die Gesellschaft aufgenommen.
Also will sagen, die müssen alle nicht in die Wasserstraßen umziehen.

Frau Schwarzer ist mir auch nur einmal im Leben begegnet, in einer Talkshow namens „Zeil um zehn“, die damals live aus dem Arabella-Hotel übertragen wurde.
Da war sie als Moderatorin, befragte die Talkgäste und riss das Wort ziemlich an sich. Später saß dann die Schauspielerin Maria Schell noch mit mir zusammen an der Theke und bedachte mich mit lieber Aufmerksamkeit. Wir haben uns sehr nett unterhalten, und gerade als es spannend wurde, tauchte Frau Schwarzer auf und zog Frau Schell an der Strickjacke weg.

„Frau Schell muss jetzt weg“, bestimmte sie.

Also auch da schon: ab in die Wasserstraßen, mit allem was ihr nicht passt.
Ich finde das alles übergriffig. Sicherlich gibt es Zwangsprostitution, und sicherlich ist das in den Augen der sogenannten Gesellschaft eine reine Männerdomäne, und sicherlich mag Frau Schwarzer Männer nicht so besonders gerne.

Kann ich alles verstehen, aber schert man da nicht alles über einen Kamm?
Sollte man nicht genauer hinsehen und entscheiden, was im Einzelfall zu geschehen hat.

Da fällt mir gerade auch die „Schwester Ewa“ ein, also ich habe das gelesen. Eine Frau, die andere Frauen zur Prostitution zwingt. Mann, das ist, ja das ist krass. Klingt auch so. Aber wie viele Millionen Männer machen das weltweit und wandern nicht gleich in den Bunker.

Die Schwester Ewa ist wohl ebenfalls als Sexarbeiterin tätig gewesen, bevor die Rapperkarriere gefunzt hat. Also kennt sie sich wohl aus. Und wenn sie ihre Kolleginnen nun berät oder gar beschützt und eine tickt aus und zeigt sie an, dann ist der Skandal perfekt.  Wie gesagt, das sind nur so Prinzessinenüberlegungen und meine eigene Meinung.

Ich habe schon oft Prostituierte kennengelernt und den Zusammenhalt untereinander. Auch dort gibt es familiäre Strukturen, die oft besser funktionieren als die der „normalen Gesellschaft“. Nur dass bei den einen immer die Sonne scheint und bei den anderen das Rotlicht.

Also ich stehe zu meiner Affinität zum horizontalen Gewerbe, auch wenn ich selbst nichts damit zu tun habe. Da wäre ich zu faul und zu blöd für. Wahrscheinlich auch müsste ich noch Geld mitbringen auf dem Strich, weil ich so gutmütig bin.
Fakt ist jedoch: Wenn der Chef eine Frau ist, dann kommen die Männer und mucken auf. Maria Magdalena wurde auch vor kurzem erst „anerkannt“, das wird Jesus aber freuen. Aposteline 13 .

Frauen lassen sich übrigens auch werbewirksamer anklagen. Ingrid van Bergen, Vera Brühne, um noch weitere zu nennen. Beide in Mordfällen angeklagt und jahrelang in der Presse abgelichtet. Lana Turner damals in Hollywood, gehetzt verklagt, gejagt.

Ehrlich gesagt, wenn ich ein Mann wäre, ich würde auch die Frauen poussieren und mir Anzüge kaufen lassen, ein Sportwagen und eine teure Uhr. Ich wäre gut zu meinen Pferdchen, sie hätten in mir einen guten Beschützer und edlen Galan. Man muss einfach flexibler sein und nicht immer künstlich diese Männer und Frauendomänen erschaffen.

Ich glaube, das probiere ich im nächsten Leben mal aus.

Für heute: Tschüss, Leute.

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