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Stil-Blüten

Von Es gibt Situation, in denen die Herren der Schöpfung über das stilistische Ziel hinaus schießen.
Guter Stil begrenzt sich nicht nur auf die Kleidung. Er umfasst alle nach außen sichtbaren Merkmale eines Menschen. Dazu zählen auch die Sprache und das soziale Verhalten.

Das erklärt, warum gute Kleidung noch lange keinen guten Stil ausmacht oder warum durchschnittliche Kleidung noch lange keinen vollständig schlechten Stil bedingt.
 
Es gibt Situation, in denen die Herren der Schöpfung über das stilistische Ziel hinaus schießen. Das sind die Augenblicke,  in denen das Fass überläuft. Sie wollen so strahlend glänzen und beeindrucken, dass der Schuss nach hinten losgeht.
Zum Glück merkt das selten jemand.
 
Gemeint ist das teilweise fast theatralische Gehabe der Begrüßungszeremonie bei öffentlichen Veranstaltung. Wer gibt jetzt wem die Hand zuerst - und warum?
Vor einigen Wochen war ich auf einer Openair-Veranstaltung eines Frankfurter Radiosenders, auf der ich viele bekannte Gesichter traf. Ein gut gelaunter Bekannter streckte mir die Hand zu – ich wollte diese erwidern- er hält auf einmal inne, als hätte er den Leibhaftigen vor Augen.  Die ausgestreckte Hand wurde zurückgezogen und meiner Freundin entgegengestreckt. Ich war irritiert. Mein Gegenüber strahlte über beide Ohren wie ein kleiner Bub und quittierte seine Begeisterung mit dem Satz: „Die Dame zuerst!“
Nun ja, so kann Mann das sehen, dachte ich mir. Höflich ist jedoch anders.
 
Wenn der  großstädtische Möchtegerngentleman Damen mit vermeintlich guter Kinderstube beeindrucken will, macht er es sich einfach und bricht die Welt der gesellschaftlichen Konventionen auf ein Minimum herunter.
Sein Glück: im Großstadtdschungel fällt das meistens Keinem auf.
 
Wie zelebriert Mann das Begrüßen seiner Mitmenschen etwas souveräner? Zunächst ist der Satz „die Dame zuerst“ banal und falsch. Eine Dame wird nicht per se zuerst begrüßt.
 
Die Frage, welchen Menschen ich zuerst begrüße, entscheidet die Situation und die Hierarchie sowie die Frage, wie gut ich diesen Menschen kenne – nicht das Geschlecht.
Wenn Sie beispielsweise den Geschäftsführer zu einem Meeting treffen, begrüßen Sie nicht seine ebenfalls am Tisch sitzende Praktikantin zuerst, nur weil sie zufällig weiblich ist.
Ebenso begrüßen Sie einen Freund in Stadt, der seine neue, ihnen noch unbekannte Freundin an der Hand hält, zuerst. Seine Freundin wird er ihnen schon vorstellen.
 
Grundsätzlich entscheidet übrigens die Dame darüber, wie sie begrüßt werden möchte. Wenn der Herr bereits beim ersten Kennenlernen gerne mal zu Küsschen und innigen Umarmungen ansetzen will, bevorzugen einige Damen zunächst die etwas distanzierter Hand. Dies zu erkennen verlangt ein gewisses Maß an Empathie, mit der einigen Menschen nicht gesegnet sind.
 
Diese Auflistung gesellschaftlicher Situationen könnten wir bis die Reihen der Diplomatie und Politik beliebig fortsetzen.
 
Für den beruflichen und privaten Alltag reichen ein paar Grundregeln, die Mann jedoch auch einhalten sollte.
 
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