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Maßschneider: Stilblüten

Von Im Sommer gilt für Anzugträger vor allem eine Regel: Zeigen Sie an der falschen Stelle bloß keine Haut.

An einem warmen Mittag sitze ich in der Fressgass. Es einer dieser ersten Tage im Jahr, an denen die Sonne genug Kraft hat, die monatelange Kälte des Winters erfolgreich in die Schranken zu weisen. Um mich herum sitzen Menschen in der Mittagspause. Um mich herum ein großes Gewusel von gut gelaunten Menschen, die die Sonne genießen.

Ich lasse meine Blicke schweifen und schaue, wie sich der Dresscode mit dem Wetterwandel geändert hat. Nun, auch bei schönem Wetter bleiben die Frankfurter ihren Businessfarben treu. Blaue und graue Anzüge dominieren das Treiben auf der Fressgass. Ganz selten mal ein etwas mutigerer Herr, der sich an einen ausgewiesenen Sommeranzug heran traut. Vielleicht kommt das ja noch. Der Frühling ist ja klimatisch betrachtet erst einige Stunden alt.

Farblich sind wir weiter im Wintermodus. Wenn die Sonne wärmt, fühlen sich die meisten Herren recht schnell durch ihre Krawatten eingeengt. Dabei ist die Krawatte im Geschäftsleben das einzige seriöse Kleidungsstück, mit dem der Herr ein farblich-modisches Statement setzen kann. Also, meine Herren, nutzen Sie es. Eine Krawatte ist keine lästige Zwangsmaßnahme ihres Chefs, sondern ein Aussage. Zeigen Sie Farbe und Esprit. Mit der richtigen Krawatte und dem passenden Einstecktuch wird aus einem zurückgenommenen blauen oder grauen Anzug schnell ein modischer Hingucker.

Ach ja, auch die Socken sind so ein Sommerthema. Wer in seiner Mittagspause lässig am Opernplatz sitzen möchte, sollte dafür sorgen, dass er Strümpfe trägt. Dann ersparen sie ihrer Umwelt die vielen, kleinen Stoppelhärchen am weißen Männerbein. Auch wenn die langen Strümpfe gefühlt noch etwas wärmer halten als die bequemen Sportsocken. Verzichten Sie auf diese stilistische Bankrotterklärung. Sportsocken gehören ins Studio oder den Tennisplatz - nicht in das Erwerbsleben.

In den Sommermonaten können Sie mit lässigen Kombinationen und schönen Farben durchaus modische Akzente setzen. Mit etwas Mut werden Sie selber zum Hingucker, wenn Sie Frankfurts Flaniermeilen in der Mittagspause unsicher machen. Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Italienern. Die sind Meister darin, auch in brütender Hitze lässig und elegant zu wirken, ohne dabei einen gequälten Eindruck zu machen.

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