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Modischer Sommer

Von Männer sollten sich vor allem mit Würde kleiden. Dann kann (fast) nichts passieren.
Wir Deutschen müssen nicht jeden Trend aus Italien übernehmen, findet Stil-Blogger Stephan Görner. (Symbolbild: dpa) Wir Deutschen müssen nicht jeden Trend aus Italien übernehmen, findet Stil-Blogger Stephan Görner. (Symbolbild: dpa)
Mode ist das, was man selber trägt. Geschmacklos ist das, was andere tragen.
Oscar Wilde
 
Der verregnete Frühling hat vielen von uns die Laune gehörig verdorben. Sehnsüchtig wie seit vielen Jahren nicht mehr heißen wir den Sommer willkommen. Mit den entsprechenden Temperaturen ändern wir viele unserer Gewohnheiten: wir sitzen gerne lange draußen, genießen kühle Drinks und passen unsere modischen Gewohnheiten den sommerlichen Graden an. Vor allem im Businessleben führt das manchmal zu merkwürdigen Auswüchsen.
 
Um es vorweg zu nehmen: Wer bei 30 Grad im dunklen Anzug von Termin zu Termin hetzt, hat es nicht leicht. Die zugeschnürte Uniformität der klassischen Frankfurter Geschäftskleidung ist bei den aktuellen Temperaturen alles andere als angenehm. Trotzdem sollte der Herr von Welt auch in dieser Situation mit Würde durch die Geschäftswelt wandeln.
Die Italiener bekommen das jeher mit einer gewissen  Nonchalance hin, die wir im Norden Europas schwer adaptieren mögen.

Vor einigen Wochen war ich auf der Modemesse Pitti Uomo in Florenz. Bei brütender Hitze  versammelten sich tausende Modejunkies und Designer, um die Trends der kommenden Saison in schlecht klimatisierten Messehallen zu diskutieren. Ja, in Florenz war es sehr heiß. Gemerkt hat man davon jedoch wenig. Die Italiener tragen Ihre Anzüge derart lässig, dass einem die Schweißperlen auf der Stirn trocknen. Selbst im brütenden Kessel von Florenz. Eng geschnittene Baumwollsakkos ohne Fütterung (die Hemdjacke „Giacca Camicia“), die jenen unvergleichlichen lässigen Look ermöglichen. Die Lederslipper ohne Socken und die eleganten Hosen als Shorts. Einfach abgeschnitten. Dazu offene Hemden oder farbenfrohe Strickkrawatten.

Sie versuchen sich das vor Ihrem geistigen Auge auszumalen? Um es vorweg zu nehmen. In einem Bankenturm in der Frankfurter Innenstadt sind Sie in diesem Look sicher fehl am Platz. In einem Architekturbüro oder einer Werbeagentur eventuell nicht.
 
Letztlich ist dieses Plädoyer für die italienische Lässigkeit keine Forderung nach vollständiger Übernahme der südeuropäischen Modegewohnheiten. Viele davon würden bei uns unpassend wirken. Außerdem sind wir mit genug dunklen Regentagen gesegnet, um nicht jede südeuropäische Gewohnheit übernehmen zu müssen.

Es ist jedoch der Wink mit Zaunpfahl. Auch an den heißesten Tagen sollte sich Mann vor allem mit einem kleiden: mit Würde.
 
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