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Stil-Blüten

Von Unser Stilexperte erzählt, wann der Maßschneider den Kunden rauswirft.
Kurzarmhemden im Sommer? Geht gar nicht, findet unser Stil-Blogger Stephan Görner. (Symboldbild: dpa) Kurzarmhemden im Sommer? Geht gar nicht, findet unser Stil-Blogger Stephan Görner. (Symboldbild: dpa)
Über Herrenkleidung scheint eigentlich alles gesagt zu sein. Wann trage ich was wozu? In keinem Land gibt es mehr „Stilfibeln“, welche die wichtigen Fragen der klassischen Bekleidungskultur erörtern, als in Deutschland. Genutzt hat es trotzdem scheinbar wenig. Das kommt vor allem in den Sommermonaten deutlich zum Vorschein.
 
Es gibt Kleidungsstücke, die können niemals gut aussehen. Sie lassen jeden Herren zum belanglosen Zwerg schrumpfen. Unabhängig von Bildung, Einkommen oder Stand. Es ist und bleibt inakzeptabel. Ganz oben in der Hitparade der Stillosigkeit ist das Kurzarmhemd positioniert. An diesem Spitzenplatz führt es die Charts seit jeher an. Unangefochten. Lediglich die Herrenhandtasche kann ihm diesen Platz streitig machen.
 
Eigentlich ist das Herrenhemd ein Kleidungstück, das Würde ausstrahlen soll. Eleganter kann Mann kaum angezogen sein. Das gut sitzende weiße Hemd ist der Bentley der Bekleidungskultur. Es kleidet fast majestätisch elegant.
Das Herrenhemd mit kurzem Armen und möglichst noch mit Brusttasche ist eher der Lada des Kleidungschrankes. Es erinnert mich an Busfahrer oder Kellner. Wobei ich deutlich unterstreichen möchte, dass es zu diesen Berufsgruppen absolut passt und diese Professionen in keiner Weise diskreditieren soll. Die banale Funktionalität, die so ein Hemd ausstrahlt, wiederspricht jedoch nachhaltiger Eleganz.

Das Kurzarmhemd wirkt wie „halb angezogen“. Es erinnert mich an Mutters mahnende Worte: “Zieh Dich ordentlich an, Bub. Ich habe Dir schon mal was rausgelegt.“ Das kann kein Herr wollen. Welchen Nutzen soll so ein Hemd auch haben? Wird es bei 35 Grad in der City gefühlt weniger heiß, wenn man 20 cm Stoff weg lässt? Sicher nicht.
 
„Möchten Sie ein Hemd oder eine Handtasche kaufen“, wurde ein Freund von mir vor vielen Jahren gefragt, als in England ein Maßhemd mit Brusttasche beauftragen wollte. Im ehemaligen Empire kann es Ihnen durchaus passieren, bei so einem Wunsch aus dem Laden geworfen zu werden.  Das mag übertrieben erscheinen. Aus Sicht eines ehrwürdigen Schneiders auf Londons Jermyn Street ist es nur konsequent.
 
Ob es soweit kommen muss entscheidet Mann letztlich selber. Kleidung mit Würde zu tragen ist gar nicht so schwer und auch nicht von den verfügbaren Mitteln abhängig. Diese machen es nur einfacher. Und wenn es Ihnen im Sommer im Hemd doch etwas zu warm wird, dann krempeln sie den Ärmel etwas um und genießen Sie das gute Wetter, elegant und entspannt.
  
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