Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Stil-Blüten

Von Diesmal im Männermode-Blog: Darf man ohne Krawatte zu einem wichtigen Meeting erscheinen?
Nicht ohne meine Krawatte! Meint zumindest unser Stil-Blogger Stephan Görner. (Foto: dpa) Nicht ohne meine Krawatte! Meint zumindest unser Stil-Blogger Stephan Görner. (Foto: dpa)
 
Ein  Freund erzählte mir vor einiger Zeit von einer geschäftlichen Verhandlung mit einem ehemaligen deutschen Bankvorstand. Selbstredent auf höchster Ebene in der höchsten Etage in einem Frankfurter Bankenturm. An diesem nahm mein Freund ohne Krawatte teil, was in seinem südlichen Heimatland durchaus nicht unüblich ist. Der Bankvorstand fragt ihn aufgrund dieser augenscheinlichen Nachlässigkeit, ob er das Gespräch nicht ernst nehmen würde. Er erwiderte nur, dass er dass Geschäft auch bei einer anderen Bank abwickeln könnte, wenn ihm, dem Vorstand, das lieber wäre.
 
Diese Geschichte gab mir zu denken.
 
Über viele Jahrzehnte waren die Krawatte (und das Einstecktuch) eines der wenigen Accessoires, die einem männlichen Outfit ein wenig Individualität verleihen konnten. Da der Mann von Welt auf überflüssigen Schmuck außerhalb von Ehe- und Siegelring sowie der Uhr verzichtet, bleibt ihm sonst nicht mehr viel.
 
Ohr- oder Armringe sind die bekanntesten Faux-pas, die sich ein Herr im Geschäftsleben leisten kann.  Auch wenn das einige nicht wahr haben wollen.
 
Nun leben wir in einer Zeit, in der modische Nachlässigkeiten als „cool“ empfunden werden. Mann will jung, unangepasst und hip sein. Konservative Werte wirken eher etwas schwerfällig, wenig sexy und verstaubt.
Früher galten jene, die auf Krawatte verzichteten, als Individualisten, so scheint es heute fast umgekehrt zu sein. Unterstützt wird diese Entwicklung durch den Wegfall von Hierarchien und den Einzug amerikanischer Unternehmensphilosophien in das deutsche Wirtschaftsleben.

Dem fällt neben der Krawatte manchmal auch der Umgangston zum Opfer. So gehört das verordnete Dutzen bei einigen Unternehmen ebenso zum „guten“ Ton wie der „casual Friday“. Der erste offizielle Tag ohne Krawatte, der seit Beginn der 2000er Jahre eine neue Form der Lässigkeit suggerieren soll.

Das ist meiner Meinung nach falsch.

Ein wahrer Herr zeigt seine Geisteshaltung nicht nur durch innere, sondern ebenfalls durch äußere Werte. Dazu gehört eine tadellose Bekleidung, die nicht durch inhaltsleere Trends derangiert wird. Im seriösen Geschäfts- und Gesellschaftsleben sollte die Kleidung immer dem Anlass entsprechen sein. Und wer sein Gegenüber ernst nimmt, brüskiert es nicht mit einer falsch verstandenen Lässigkeit.
 
Ach ja, Sie möchten noch wissen wie die Geschichte in dem Bankturm ausgegangen ist? Der Deal über mehrere hundert Millionen Euro wurde wie geplant umgesetzt. Trotz einer kleinen Nachlässigkeit, die fast niemand bemerkt hätte.
 
Diskutieren Sie mit unserem Blogger! Wenn Sie sich noch nicht registriert haben, können Sie das kostenlos nachholen: Klicken Sie dafür einfach unter dem Kommentarfeld am Seitenende auf den beige hinterlegten Reiter „Für nicht registrierte Nutzer“. Dort können Sie sich ganz unkompliziert mit einem Benutzernamen Ihrer Wahl, einem Passwort und Ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Anschließend erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, den Sie nur noch anklicken müssen – und schon können Sie kommentieren. Natürlich werden Ihre persönlichen Daten nur intern verwendet und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Unsere Blogger freuen sich auf Ihre Beiträge!
Zur Startseite Mehr aus Stephan Görner - Stilvoll

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse