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Stil-Blüten

Von Neu im Männermode-Blog: Auch beim Oktoberfest muss Mann mit Stil auftreten.
Irgendwie erinnern diese ganzen Trachten unseren Blogger bei seinem Ausflug nach München vor allem an Karneval und nicht an bayerische Traditionen.  (Foto: Rüffer) Irgendwie erinnern diese ganzen Trachten unseren Blogger bei seinem Ausflug nach München vor allem an Karneval und nicht an bayerische Traditionen. (Foto: Rüffer)
Es ist Herbst und die große Wiesn-Gaudi in München hat begonnen. Millionen Besucher aus der ganzen Welt tummeln sich in Dirndl und Lederhose auf dem größten Volksfest der Welt. Mittlerweile hat der Wiesn-Kult die ganze Republik erfasst. Fast jede Stadt hat ihr Oktoberfest und schicke Trachtenlooks können sie in jedem Kaufhaus erwerben. Auch Frankfurt ist vom Wiesnfieber erfasst und feiert seit einigen Jahren höchst erfolgreich das eigene Oktoberfest.

In München erkennen die Einheimischen die Touristen in diesen Tagen noch schneller als sonst. Denn sie tragen Trachten – oder das was sie dafür halten.

Im ehrwürdigen Tabakladen „Zechbauer“ am Ende der Maximilianstraße erklärt mir der Verkäufer, als ich meine Zigarren für die Wiesn kaufe, dass diese ganzen Trachten vor allem an Karneval und nicht an bayerische Traditionen erinnern würde. Zustimmend nicke ich und bin froh darüber, dass ich wie immer Anzug trage und der in diesem Fall eine gewisse Neutralität unterstützt.

Wir wollen mit Stil feiern. Das Käferzelt ist das Fünf-Sterne-Haus der Wiesn. Die Plätze sind limitiert und heiss umworben. Einfach reingehen ist nicht. So bleibt es für die meisten Gäste beim Besuch der offenen Terrasse im Eingangsbereich. Wer „jemanden kennt, der jemanden kennt...“ kommt in das Innere des Käferhauses vor.

Neben der üblichen bayuwarischen Fußball- & Politprominenz fällt auf, dass es hier deutlich gesitteter zu geht, als auf dem Rest des Areals. Fünf Sterne eben. Dicht gedrängt genießen die Gäste das übliche „sehen und gesehen werden“ im Schatten mehr oder weniger prominenter Tischnachbarn. Zwei üppige Blondinen veranstalten ein Balztheater um Bayernprofi Dante, der gelangweilt ins Brötchen beißt. Der Rest feiert gemütlich.

Der Modestil unterliegt der bayerischen Uniformität. Wer hier keine Tracht trägt macht sich Feinde, denke ich mir. Zum Glück habe ich mich getraut, meinen Maßanzug gegen dunkelbraune Lederhose und Haferl-Schuhe zu tauschen.

Zum Thema „Wiesn und Stil“ bin ich ehrlich gesagt auch in diesem Jahr eher desillusioniert. Die oftmals wenig freundliche Massenabfertigung und halbvolle Krüge mit abgestandenem Gerstensaft sind eigentlich nicht mehr als ein kultig-kitschiger Kommerz rund um ein altes Volksfest, welches viele Ur-Münchener heute meiden. 

Wer in sympathischer Atmosphäre feiern möchte, besucht einen der vielen kleinen Biergärten oder Wirthäuser, die mit viel Tradition und Freundlichkeit. Und wer in größerem Rahmen, jedoch familiär-sympathisch feiern möchte, der besucht das mittlerweile auch schon traditionsreiche Frankfurter Oktoberfest.

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