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Stil-Blüten

Von Wer möchte sich schon kleiden wie Robbie Williams' Großvater? Ein Stil-Rückblick.
Robbie Williams posiert im Februar 2013 in Berlin bei der Präsentation seiner Herren-Moden-Kollektion Farrell im KadeWe. So richtig gut kam seine Idee allerdings nicht an. (Foto: dpa) Robbie Williams posiert im Februar 2013 in Berlin bei der Präsentation seiner Herren-Moden-Kollektion Farrell im KadeWe. So richtig gut kam seine Idee allerdings nicht an. (Foto: dpa)
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Die meisten Deutschen begeben sich in das alljährliche Hamsterrad der Vorweihnachtshektik zwischen „Weihnachtsgeschenke kaufen“ und „die letzten, wichtigen Geschäftsverpflichtungen umsetzen“ bis sie dann in die Feiertage flüchten dürfen. Zeit für mich, das Jahr aus modischer Sicht Revue passieren zu lassen.
 
Im Prinzip nichts Neues, sollte ich schreiben. Robbie Williams ist in diesem Jahr mit seinem Modelabel „Farrell“ pleite gegangen. Die Hommage an seinen Opa war wohl doch mehr als Marketinggag zu verstehen denn als ernsthafte Auseinandersetzung mit britischem Stil. Oder anders gefragt: Wer will rumlaufen wie der Opa von Robbie Williams? David Beckham versucht sich etwas erfolgreicher als Modedesigner. Diese Bemühungen erkannte vor einigen Wochen das Herrenmagazin GQ und kürte Beckham zur Nr.1 in der Kategorie „Stil“. Dazu passen vor allem seine Enthüllungen über Masturbationsspielchen in der Umkleidekabine von Manchester United.

„Mann des Jahres“ wurden in diesem Jahr übrigens gleich „11 Freunde“. Mit dem FC Bayern wurde das globale Aushängeschild teutonischer Fußballkultur mit einem Preis bedacht.
 
Ebenfalls in 2013 erreichte uns eine gefühlte Flut von Büchern, die sich mit dem Thema Stil oder der Frage beschäftigten, was der Mann trägt, tragen sollte oder gefälligst zu tragen hat. Grundsätzlich begrüßen wir die Auseinandersetzung mit Mode und Stilfragen. Doch leider kam aus dieser Ecke nicht viel Neues. Alter Wein in neuen Schläuchen, geschrieben mit dem Charme einer Reklame der VEB Obertrikotagen „Karl Marx Stadt“. Das Standardwerk „Der Gentleman“ von Bernhardt Roetzel bleibt weiterhin unerreicht.
 
Während viele vermeintliche Stilexperten in denen im vorherigen Absatz beschriebenen Stilfibeln all zu oft erklären, die Deutschen hätten keinen oder zu wenig Stil, erfindet sich die deutsche Modeikone Karl auch in 2013 neu. Mit seinem gleichnamigen Fanshop erobert er wieder mal die Herzen seiner Fans und ist (wahrscheinlich) auch kommerziell mal wieder erfolgreich.
 
Ein temporärer Trend in den Monaten September und Oktober wurde in den letzten Jahren die Maskerade zum Oktoberfest. Nachdem im Prinzip jedes Dorf der Republik eigene Wiesn veranstaltet,  hat auch die Modeindustrie reagiert. Von BOSS bis zum Maßschneider um die Ecke gibt es Trachten und Dirndl für die Feierwütigen.
 
Auch in der Politik hat sich in 2013 nicht viel geändert. Die meisten Politiker begeistern uns aus modischer Sicht kaum mehr als der Neckermann-Katalog von 1989. Über einen herkömmlichen Kaufhaus-Chic kommen die meisten Volksvertreter leider nicht heraus, und die Generation der von Weizsäcker und Helmut Schmidt, die man gelegentlich beim Maßschneider ihrer Wahl antreffen konnte, zeigt sich leider immer seltener in der Öffentlichkeit. Schade.
 
Wir warten ab und freuen uns auf das neue Modejahr 2014.

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