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Stil-Blüten

Von Manche finden es witzig, sich nicht an den Dresscode zu halten. Ist es aber nicht.
Königin Silvia von Schweden erhielt auf dem Semperopernball in Dresden den St.Georgs-Orden für ihr karitatives Engagement - und kam natürlich schick gekleidet. (Foto: dpa) Königin Silvia von Schweden erhielt auf dem Semperopernball in Dresden den St.Georgs-Orden für ihr karitatives Engagement - und kam natürlich schick gekleidet. (Foto: dpa)
Der gesellschaftliche Wandel in den letzten Jahrzehnten hat vieles verändert. Eine dieser Veränderungen ist die immer geringere Relevanz der klassischen Bekleidungskultur im alltäglichen Leben. Was früher notwendig war, ist heute ein lästiges Übel, das man schon aus Gründen des bürgerlichen Protests gegen Regeln demonstrativ ablegt. Jüngstes Opfer ist die Krawatte, die in immer weniger Bereichen des Geschäftslebens getragen wird und den einschlägigen Fachhandel zum Verzweifeln bringt.
 
Nun könnte man meinen, dass zumindest hochkarätige gesellschaftliche Veranstaltungen ohne Einhaltung des Dresscodes tabu sein sollten. Wenn „Black Tie“ darauf steht, sollte darauf auch bestanden werden.  Scheinbar weit gefehlt.
 
Am vergangenen Wochenende besuchte ich den Semperopernball in Dresden, der sich in 2014  zum neunten Mal jährte.  Internationale Gäste von Vladimir Putin bis zur schwedischen Königin Silvia gaben sich in den letzten Jahren die Klinken der ehrwürdigen Semperoper in die Hand. Nationale Stars wie Udo Jürgens oder Thomas Gottschalk sorgen für ausverkaufte Ränge.
 
Auf den ersten Blick freut sich ein honoriges, gut gekleidetes Publikum auf einen unterhaltsamen Abend. Auf den zweiten Blick möchte man manchmal verzichten.
 
Dabei möchte ich mich in keiner Weise über Künstler und Entertainer auslassen, zu deren Berufspflichten ein positiv, auffälliges Äußeres zählt. Thomas Gottschalk ist das positive Paradebeispiel für den frechen, jedoch passenden Bruch solcher Konventionen. Dem ewigen Buben der deutschen Unterhaltungsindustrie nehmen wir eigenwillige Kreationen nicht übel. Wer kann, der kann!
 
Wer es nicht kann, sollte es gar nicht erst versuchen. Ein Smoking mit schwarzem Hemd ist kein charmantes, eigenwilliges Spiel mit modischen Optionen, sondern einfach nur unpassend. Ein knallroter Anzug ohne Krawatte ist gemessen an der Anforderung „Black Tie oder Frack“ nachlässig. Fast respektlos.
 
Nicht , dass Sie mich falsch verstehen: ein modische Gag im Outfit ist durchaus erlaubt. Und Kleidung soll Freude bereiten und niemals wie eine Maskerade wirken. Die passende Kleidung für einen großen Ball mit einer überflüssigen Maskerade zu verwechseln ist jedoch schade, weil ein weiteres, erhaltenswertes Kulturgut verloren geht.
 
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