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Stil-Blüten

Von In vielen Kaufhäusern gibt es mittlerweile "Spielecken" für Männer.
Für sie ist es das optimale Samstagsvergnügen, für ihn ein kleiner Alptraum. Foto: Archiv Für sie ist es das optimale Samstagsvergnügen, für ihn ein kleiner Alptraum. Foto: Archiv
Gelangweilt und gequält traben sie brav hinterher. In einem dämmernden Zustand darben sie vor sich hin. Desinteressiert und genervt vergeuden sie die wenigen Stunden Freiheit, die man Wochenende nennt: Männer, die auf Frauen warten.
 
Männer sehen sich am liebsten stark und mutig. Angst haben wir grundsätzlich vor nichts und besser als alle anderen sind wir ohnehin. Das beeiden wir gebetsmühlenartig ohne Rücksicht auf die eigene Erscheinung,  den Kontostand oder unseren beruflichen Status.  Wir sind einfach klasse. Mann kann alles und wird so schnell durch nichts aus der Ruhe gebracht.
 
Bei einer Beschäftigung klappen wir jedoch schneller zusammen, als uns lieb ist. Wenn Schatzi zum Einkaufen ruft, können wir uns vor Begeisterung kaum halten. Nichts lieben wir mehr, als die wenigen freien Stunden der Woche im grellen Licht irgendwelcher Boutiquen zu verbringen. Wenn die freundliche Dame im achten Geschäft das zehnte Paar Schuhe bringt, können wir uns vor Freude kaum halten – oder vor Müdigkeit den Kopf kaum noch gerade positionieren.
 
Blöd nur, dass es unsere Liebste schnell merkt, wenn wir vor Desinteresse gerade noch ein lustloses „toll“ artikulieren können. Begeisterung hört sich anders an.
Um dieser Spezies zu helfen, gibt es in vielen Kaufhäusern und Boutiquen „Männerecken“ mit Automagazinen. Das erinnert ein wenig an den kleinen Jean-Luc, der im Spielparadies abgeholt werden muss, weil er den Einkauf seiner Eltern torpedieren möchte. Früh übt sich.
 
Beim Einkaufen geben viele Herren ein miserables Bild ab. Daran lässt sich leider nichts beschönigen. Da viele Männer selbst der Erwerb eleganter Kleidung für sich selbst oft nur schwerlich begeistern kann, braucht es hier wahrscheinlich eine neue Berufsbezeichnung: Shoppingtrainer oder Motivator, um das mögliche Potential frei zu legen und einzunorden. Ob es etwas bringt ist fraglich. Erfreulich wäre es.
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