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Bewegte Bilder

Von Heute neu im Film-Blog: Ich rauche gern, aber ich halte das nicht mehr aus.
Drinnen im Qualm zu sitzen, macht unserer Bloggerin Frauke Haß nichts aus. Nur draußen... (Symbolbild: dpa) Drinnen im Qualm zu sitzen, macht unserer Bloggerin Frauke Haß nichts aus. Nur draußen... (Symbolbild: dpa)
Schicken wir’s gleich voraus: Ich rauche gern. Ich tue es bloß nicht mehr. Ich bin auf diesem Gebiet nicht mehr aktiv seit eineinhalb Jahrzehnten. Aber mögen würde ich schon. Das ist so ähnlich wie mit Kartoffelchips. Nach denen bin ich auch süchtig. Deshalb esse ich sie nie. Aber toll sind sie schon.

Kurz: Ich bin die toleranteste Nichtraucherin unter der Sonne. Ich arbeite und lebe mit Rauchern. Macht mir alles nichts aus. In den ersten paar Jahren nach dem Aufhören bin ich auf dem Bürgersteig manchmal sogar extra im Windschatten von Rauchern gelaufen, um den Qualm zu riechen. Schmeckte irgendwie gut. Und genau darum soll es heute hier gehen: Das ist jetzt nämlich vorbei, ich halte das nicht mehr aus, ich ertrage es nicht. Over and out.

Inzwischen finde ich auf dem Bürgersteig gehende, auf der Straße Fahrrad fahrende, im Park Kinderwagen schiebende, auf der Café-Terrasse den Besen schwingende Raucher so ziemlich das Antisozialste, Übelkeitserregendste, Widerwärtigste, was es gibt. Wenn ich so eine Person sehe, rauschen automatisch heftige, geradezu körperlich zu spürende Abstoßungs-Assoziationen durch meinen geistigen Arbeitsspeicher. Das hat mit der frischen Luft drumherum zu tun und ist natürlich besonders schlimm, wenn es unvermutet passiert. Wenn ich etwa beim Spaziergang unvermutet in den Qualmschweif eines Rauchers gerate, erfüllt mich nach dem ersten Widerwillen die volle Verachtung des ehemaligen Rauchers.

Drinnen ist das nicht so.

Keine Ahnung, woran das liegt. Es macht mir überhaupt nichts aus, mit mehreren rauchenden Freunden ganze Abende lang in meiner eigenen Wohnung (!) zu verbringen. Ich ertrage sogar rauchende Köchinnen und fand es schon immer vollkommen gaga, das Rauchen in klassischen Kneipen zu untersagen, deren Lebenszweck es ja mehr oder weniger ist, für Menschen da zu sein, die in geselliger Runde quatschend Alkohol trinken und rauchen wollen. Schließlich wird kein Mensch gezwungen, eine Kneipe aufzusuchen, und man kann es auch ganz einfach vermeiden. Ich zum Beispiel gehe kaum noch in Kneipen, weil man da nicht mehr rauchen darf und ich meistens mit Menschen unterwegs bin, die gerne in der Kneipe rauchen würden, also bleiben wir zu Hause. Aber das ist ein anderes Thema. Wo war ich? Ach ja: Rauchen beim Spazieren, Kinderwagen schieben und Fahrradfahren geht gar nicht. Wollte ich mal gesagt haben.

Hier ein bißchen Musik dazu.
 
Filmtipps:
COFFEE AND CIGARETTES, (US 2003, R: Jim Jarmusch)
SMOKE (US 1995, R: Wayne Wang)
BLUE IN THE FACE (US 1995, R: Paul Auster und Wayne Wang)
TO HAVE AND HAVE NOT (US 1944, R: Howard Hawks)

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