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Bewegte Bilder

Von LED ist das Zauberwort der Weihnachtszeit - und die Industrie mischt mit.
Heute ist Nikolaus, doch so bescheiden dekoriert wie hier wird vor Weihnachten nur noch selten. Unsere Bloggerin Frauke Haß kommt ins Grübeln... (Symbolfoto: dpa) Heute ist Nikolaus, doch so bescheiden dekoriert wie hier wird vor Weihnachten nur noch selten. Unsere Bloggerin Frauke Haß kommt ins Grübeln... (Symbolfoto: dpa)
Der Tod sollte heute eigentlich das Thema dieses Textes werden, und die Gedanken waren schon ziemlich weit in diese Richtung fortgeschritten, als der Blick auf das Datum fiel: 6.12., Nikolaus. Okay, Tschüss Tod, grüß‘ Dich, Nikolaus. Aber fällt mir irgendwas zum Nikolaus ein? Klar, früher die Aufgeregtheit als Kind, die Freude auf den Stiefel, der sich am nächsten Tag voll mit Schokolade und anderen kleinen Geschenken vor dem Bett finden würde. Elektrisierende Gefühle, die sich bis tief ins Teenageralter hielten, auch wenn man das dann nicht mehr zugab. Nikolaus ist aber auch: Mandarinen, Orangen, Walnüsse. Der Duft des Advent.

Interessant fand ich neulich, beim Abschied eines Kollegen, dass dort vor allem Mandarinen gegessen wurden, obwohl jede Menge Salzstangen und Chips herumstanden. Muss der Weihnachtsvirus sein. Der hat ja längst wieder alle erfasst – schon seit Wochen quellen die Weihnachtsabteilungen der Baumärkte (bitte auf der Zunge zergehen lassen: Baumärkte haben inzwischen Weihnachtsabteilungen) über vor Lichterketten, leuchtenden Rentieren, Engeln, Sternen, Schneemännern, Schlitten und was nicht alles. LED ist das Zauberkürzel der Stunde und man könnte meinen, die Stromindustrie habe bei Weihnachten irgendwie ihre Finger im Spiel. (Rechercheauftrag: Hängen die Erfindung der Elektrizität und die des Weihnachtsfests historisch irgendwie zusammen?)

Wobei mir der Weihnachtsbaum einfällt. Der deutsche Wald ist ja sehr häufig ein Nadelwald, was schade ist, denn Nadelwälder sind dunkel und düster, weshalb der Schwarzwald ja auch Schwarzwald heißt. Nichts ist schöner, als im Frühling durch einen lichtdurchfluteten, hellgrün leuchtenden Buchenwald (etwa im Odenwald) zu laufen, aber den muss man suchen wie, naja, wie die Buche im Schwarzwald. Und doch stehen die Deutschen unglaublich auf diese düsteren Tannen und Fichten, in jedem zweiten deutschen Doof-Garten steht so was rum. Warum nur?

Muss mit Weihnachten zu tun haben. Meine Mutter gab es neulich nach der Fällung ihrer zu groß geratenen Tannen unumwunden zu: „Da muss wieder eine Tanne hin“, beharrte sie trotz meines lautstarken Protests, „wo hänge ich denn sonst meine Lichterkette auf?“ Da hat sie ja wieder Recht, Lichterkette an Buche ergibt keinen Sinn. Aber mich tröstet dieser Gedanke: Hatte ich bisher doch bei jeder Tanne im Vorgarten Aggressionen bekommen, weil ich mit Tannen irgendwie deutsch und Scholle und „Hohe Tannen“, kurz Volkstümelei oder gar „Nazi“ assoziiere. Jetzt kann ich mich ganz entspannt zurücklehnen: Tanne im Vorgarten heißt einfach nur: „Der liebt Weihnachten.“

Ist zwar auch irgendwie Quatsch, aber ja nicht eigentlich böse (wenn man von den Machenschaften der Stromindustrie (Fukushima!), der Schokoladenindustrie, der Plastikleuchtquellen in China unter menschenunwürdigen und umweltverseuchenden Umständen herstellenden Industrie einmal absieht). Ich verschließe kurz die Augen vor all diesen Schrecken und wünsche einen schönen Nikolaustag allerseits.

Filmtipp:
Weihnachtsspecial im Deutschen Filmmuseum, am Donnerstag, 26. Dezember, um 20.30 Uhr mit:
LOVE ACTUALLY (Tatsächlich Liebe, GB/FR 2003, R: Richard Curtis)
Außerdem nicht nur wegen seiner großartigen Anfangsszene in diesem Zusammenhang dringend zu empfehlen:
RED – Retired, Extremely Dangerous (R.E.D. – Älter, Härter, Besser, US 2010, R: Robert Schwentke)

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