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Heimatkundler: Tief im Taunus

Von Schon vor tausend Jahren bestaunten ihn die Menschen. Nie war er einfach nur da: der Feldberg.

Geschichte eines Berges
 
Geschichte, so lautet eine klassische Schulbuch-Definition, beschäftigt sich mit dem gesellschaftlich relevanten Handeln des Menschen. In diesem Begriff steht die Geschichte als etwas Menschengemachtes im Gegensatz zur Natur, die überzeitlich ist und gewissermaßen den unveränderlichen Schauplatz für das menschliche Handeln darstellt.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Dass auch Natur und Landschaft eine Geschichte haben, sehen wir im Taunus besonders eindrucksvoll, wenn wir den Blick auf seine höchste Erhebung, den Feldberg, richten. Er ist eben nicht nur eine Kulisse und eine geographische Begebenheit. Der Taunus-Historiker Ernst Georg Steinmetz formulierte 1929 poetisch: „Der Berg reizt den schürfenden Geist des Forschers, lockt das Auge des Malers, befruchtet den Gesang des Dichters und erobert sich so mit unwiderstehlicher Notwendigkeit weite Strecken des Geisteslebens.“

Anders ausgedrückt: Der Feldberg ist nicht einfach nur da, sondern beschäftigt die Menschen, die zu seinen Füßen leben, seit Jahrhunderten. Er ist Objekt der Fantasie, der Wissenschaft, des Wirtschaftslebens, der Freizeit, der Politik und der Kunst.
 
Das beginnt schon mit der Ersterwähnung des Feldbergs im Jahr 1043, als die prägnante Felsformation auf seinem Gipfelplateau als „lectulus Brunihildis“, als „Bettchen der Brunhilde“ bezeichnet wird. Der Feldberg war vor tausend Jahren also offenbar sagenumwoben.

Seit dem 18. Jahrhundert entdeckten Künstler und Schriftsteller den Reiz der Taunuslandschaft, im 19. Jahrhundert wurde der Feldberg zum Schauplatz politischer Großdemonstrationen, wurde schließlich für den Tourismus erschlossen – und in den 1930er Jahren kamen die technischen Einrichtungen für Funk und Fernsehen dazu, die bis heute die Silhouette des Berges prägen. In der Geschichte des Feldbergs spiegelt sich das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt, zu Landschaft und Natur eindrucksvoll wieder – ein Verhältnis, das, wie alles in der Geschichte, einem beständigen Wandel unterworfen ist.
 
Diese Geschichte des Feldbergs gibt es jetzt nachzulesen – im druckfrisch erschienenen aktuellen Heft der Zeitschrift „Rad und Sparren“, die der Historische Verein Rhein-Main-Taunus herausgibt. Es versammelt vier Beiträge, die den Feldberg aus unterschiedlicher Warte in den Blick nehmen: territoriale Zugehörigkeit und Geschichte der Gebäude auf dem Gipfel, künstlerische und literarische „Entdeckung“ des Feldbergs in der Romantik, die Geschichte der Feldbergfeste und schließlich die touristische Erschließung des Berges im 19. Jahrhundert sind die Themen, um die es geht. – Ein Bändchen, das jedem Feldberg-Besucher der Gegenwart wärmstens zur Lektüre empfohlen sei! Zu haben im Buchhandel (ISSN 0342-2860) oder über das Museum Eschborn.
 

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