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Heimatforscher: Tief im Taunus

Von Dass sich das gepflegte Bad Homburg nahtlos der Wildnis übergibt, ist nur eine Besonderheit. Der Wald ist hier auch Kurlandschaft, wie ein neuer Wanderweg zeigt.

Kurlandschaft

Das Credo des Immobilienkaufmanns – „Lage, Lage, Lage!“ – gilt nicht nur für heutige Grundstückspreise, sondern auch für die Geschichte Homburgs in seiner Glanzzeit als Kurort des mondänen Europa.

Für den Erfolg der Homburger Kur spielten mehrere Faktoren eine Rolle. Der medizinische Aspekt, also die Wirkung der Homburger Heilquellen, war natürlich die Grundlage, hätte aber allein sicher nicht ausgereicht, um Homburg zu einem „Weltbad“ werden zu lassen.

Wichtig waren die – überwiegend mit den Gewinnen aus der Spielbank finanzierten – prächtigen Anlagen von Kurhaus und Kurpark. Wichtig war die häufige Anwesenheit der Kaiserfamilie, die für aristokratischen Glanz sorgte. Und wichtig war die Lage, Lage, Lage der Kurstadt: Eingebettet in die liebliche Landschaft vor der Höhe, zu Füßen der Taunusberge und -wälder, die zu Ausflügen und zur Freizeitgestaltung der Kurgäste einluden.

Ich finde es beim Wandern rund um Bad Homburg immer wieder faszinierend, wie ganz allmählich und nahtlos das gestaltete Grün der Parks und Gärten in die „Wildnis“ des umgebenden Waldes übergeht: besonders eindrucksvoll etwa entlang der langen Achse der Tannenwaldallee und Elisabethenschneise – vom Schlosspark durch die landgräfliche Gartenlandschaft zum Forstgarten und Hirschgarten in den einstigen Hohemark-Wald bis hinauf an den Limes auf dem Taunuskamm.

Der Wald, der Homburg im Norden und Westen umgibt, ist dementsprechend auch besonders reich an Aussichtspunkten, Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen – natürliche Besonderheiten wie der Marmor- oder der Elisabethenstein ebenso wie eigens für touristische Zwecke geschaffene Attraktionen, etwa der Herzbergturm oder auch die Saalburg.

Damit ist der Homburger Stadtwald nicht nur eine Kulturlandschaft, sondern sogar eine Kurlandschaft. Diesen Zusammenhängen zwischen Kur und Landschaft ist das Bad Homburger Stadtarchiv nachgegangen – mit dem schönen Ergebnis, dass die Homburger Kurlandschaft künftig wieder bewusster erlebt werden kann.

Am Samstag, 14. Mai, dem Tag des Wanderns, wird ein neu ausgewiesener Wanderweg eingeweiht, den die Stadt Bad Homburg zusammen mit dem Taunusklub erarbeitet hat. Der Rundwanderweg „Kurlandschaft“ führt in einer großen Schleife von 23 Kilometern vom Kurpark über die Saalburg, den Herzbergtum und das Gotische Haus.

Wer die Chance nutzen will, unter fachkundiger Führung die Homburger Kurlandschaft neu kennen zu lernen, ist herzlich eingeladen. Start der Wanderung ist um 9.30 Uhr im Park der Werner Reimers Stiftung, wo der Kurpark in den Hardtwald übergeht.

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