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Heimatforscher: Tief im Taunus

Von 150 Jahre sind doch eine Meldung wert, finde ich: Die älteste noch in unserer Region erscheinende Zeitung feiert Jubiläum!

150 Jahre Usinger Anzeiger

Auch wenn dieser Blog ein Angebot der Frankfurter Neuen Presse ist, nehme ich mir die Freiheit, hier einmal über ein Konkurrenzprodukt zu schreiben, das mittlerweile Teil unserer regionalen Geschichte ist: Der Usinger Anzeiger kann in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiern! Er ist damit die älteste noch erscheinende Zeitung im Taunus und zugleich ein eindrucksvolles Stück Geschichte.

Die Gründung des Usinger Anzeigers fällt in die bewegte Zeit des Sommers 1866, der unsere Region gründlich umkrempelte. Als der Magistrat der Stadt Usingen im Dezember 1865 dem Buchdrucker Ludwig Wagner die Eröffnung eines Betriebs in Usingen erlaubte, herrschte Ruhe und Frieden im Herzogtum Nassau.

Bis am 1. August 1866 die erste Ausgabe des Usinger Anzeigers erschien, war jedoch der preußisch-deutsche Krieg nicht nur ausgebrochen, sondern sogar bereits entschieden. Nassau war durch preußische Truppen besetzt und wurde nur wenige Wochen später in das Königreich Preußen einverleibt. Die dramatischen politischen Ereignisse von 1866 dürften den Nachrichten- und damit Zeitungshunger der Zeitgenossen sicher angefacht und damit dem Usinger Anzeiger eine wichtige Starthilfe gegeben haben.

Als zwanzig Jahre später ein eigener Landkreis Usingen eingerichtet wurde, wurde das Blatt sogar zum Amtsblatt des Kreises (alte Usinger nennen ihre Zeitung bis heute „das Kreisblatt“). Die Zeitung überstand aber auch die Auflösung des Kreises Usingen 1972 und erscheint daher heute in der eindrucksvollen Kontinuität von anderthalb Jahrhunderten.

Freilich ist der Usinger Anzeiger nicht die älteste Zeitung im Gebiet des heutigen Hochtaunuskreises. Die erste moderne Zeitung, das „Homburgische Wochenblatt für den Bürger und Landmann“ erschien 1789, brachte es allerdings nur auf eine Lebensdauer von ungefähr einem Jahr.

Zu nachhaltigeren und größeren Zeitungsgründungen kam es dann vor allem seit den 1840er Jahren: etwa mit dem Taunusboten (1842-49) des bedeutenden Journalisten Fritz Emminghaus aus Usingen – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, späteren Homburger Zeitung –, dem Homburger Beobachter (1848/49), dem Taunuswächter in Oberursel (1850-1855), der vor allem durch den Schriftsteller Alois Henninger geprägt wurde.

Die lokale und regionale Zeitungsgeschichte im Taunus ist von einer eindrucksvollen Vielfalt – ambitionierte, aber kurzlebige Projekte finden sich hier ebenso wie Zeitungen, die ihre Leser über Generationen begleiteten.

Und die heutige Taunuszeitung unter dem Dach der Frankfurter Neuen Presse? Die entstand 1969 aus dem Zusammenschluss der Königsteiner Taunus-Zeitung (seit 1877), des Kronberger Anzeigers (seit 1888), dem Bad Homburger Taunusboten (seit 1859) und dem Oberurseler Taunus-Anzeiger (seit 1863). Die Taunus-Zeitung, die über diese Vorgänger-Zeitungen indirekt ebenfalls eine eindrucksvolle Geschichte als Erbgut in sich trägt, darf also in absehbarer Zeit immerhin ihren 50. Geburtstag feiern.

Bis es soweit ist, heißt es aber jetzt zunächst: Herzlichen Glückwunsch, lieber Usinger Anzeiger, zum 150-jährigen Bestehen!

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