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Heimatkundler: Tief im Taunus

Von Nach 500 Jahren wechselhafter Geschichte kommt die Schönheit der Usinger Laurentiuskirche nun voll zur Geltung. Ein Besuch lohnt.

Für die Usinger und damit auch für mich war dieses Weihnachtsfest ein besonders schönes: Denn wir konnten es wieder in unserer Stadtpfarrkirche feiern, die nach langer und gründlicher Renovierung jetzt wieder – rechtzeitig zum Weihnachtsfest – in neuem Glanz erstrahlt.

Die Usinger Laurentiuskirche ist fraglos das bedeutendste Baudenkmal der Stadt. Ihr Kirchturm mit der eleganten Welschen Haube bekrönt weithin sichtbar die Altstadt und bestimmt die Stadtsilhouette bis heute. Eine Pfarrkirche wie die Usinger ist nicht nur das geistliche Zentrum einer Gemeinde, sondern zugleich ein lebendiges Geschichtsbuch, in dem sich Auf und Ab, Freud und Leid einer Gemeinde niederschlagen.

Erstmals lässt sich für das Jahr 1207 eine Kirche in Usingen nachweisen; dieses Datum markiert zugleich eine wichtige historische Zäsur, denn damals übernahmen die Grafen von Diez die Herrschaft über Usingen und prägten dessen Geschicke für die nächsten Jahrhunderte.

Als Usingen zur Stadt wurde und einen entsprechenden Aufschwung erfuhr, machte man sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts an den Bau der Kirche, wie sie heute noch vor uns steht. Im Dreißigjährigen Krieg fiel mit der Stadt auch die Kirche einer verheerenden Brandkatastrophe zum Opfer; erst fünfzehn Jahre später konnte man sich an den Wiederaufbau wagen.

In der Barockzeit wurde Usingen zur Residenzstadt – und die Stadtpfarrkirche damit auch zur Hofkirche: Die Fürstengruft wurde angelegt, um die sterblichen Überreste der Fürstenfamilie aufzunehmen; die Orgel, die Empore, etliche schöne Grabmäler und andere Ausstattungsstücke erinnern bis heute an diese fürstliche Blütezeit. Aber auch die Katastrophen des 19. und 20. Jahrhunderts sind in der Kirche präsent: Gedenktafeln erinnern an die Toten etlicher Kriege.

Die Laurentiuskirche mit ihrer über 500-jährigen Geschichte hat viel erlebt: Große Umwälzungen wie die Reformation, die kurz nach ihrem Bau Einzug hielt, Katastrophen wie Stadtbrände und Kriege, hohe Feierlichkeiten, in denen sich Hof- und Stadthonoratioren in all ihrer Würde präsentierten – aber auch freche Lateinschüler, die ihre Namen in das ehrwürdige Gemäuer ritzten.

Die wechselvolle Geschichte hat nicht etwa dazu geführt, dass die Kirche zu einem wilden Mischmasch aus unterschiedlichen Stilen und Versatzstücken geworden wäre – ganz im Gegenteil: Die Jahrhunderte haben einen harmonischen Kirchenraum von einer einzigartigen Atmosphäre entstehen lassen. Jetzt, nach einer behutsamen Sanierung, kommt die Schönheit dieses Raumes noch besser zur Geltung. Die Hauptkirche des Usinger Landes ist immer einen Besuch wert – bei einer Besichtigung, an einem Konzertabend und natürlich im Gottesdienst.

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