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Heimatkundler: Tief im Taunus

Von Reformen, Stadtgründungen, eine starke Frau: 2017 gibt es reichlich Jubiläen und Gedenktage, die uns an die große Geschichte unserer Region erinnern.

Ein neues Jahr liegt vor uns. Wie immer wissen wir nicht, was es bringen wird, so dass wir – je nach Stimmungslage – auf Neugier, Hoffnungen oder Befürchtungen angewiesen sind. Was wir allerdings wissen können, das sind die Jubiläen, die im Neuen Jahr vor uns liegen und die uns einladen, den Blick zurück in die Geschichte zu lenken.
 
Eines wird mit Sicherheit alles andere überstrahlen: Das Reformationsjubiläum, mit dem an den Thesenanschlag Martin Luthers vor 500 Jahren erinnert wird. Das ist ein Jubiläum, das auch hier vor Ort natürlich in vielfacher Form aufgegriffen und behandelt werden wird – wenngleich es damals einige Jahre dauerte, bis die neue Lehre Martin Luthers ihren Weg von Wittenberg in den Taunus gefunden hatte, so dass die eigentlichen Reformationsjubiläen unserer Gemeinden dann erst in den 20er Jahren anstehen.
 
In lokaler Perspektive stehen eine ganze Fülle an Ortsjubiläen an: Pfaffenwiesbach kann 850 Jahre feiern, Kirdorf 1125 Jahre, Oberstedten 1200 Jahre, Bommersheim 1225 Jahre und Seulberg sogar 1250 Jahre! Wie nahe Freud und Leid beisammen liegen, daran erinnert uns der große Usinger Stadtbrand von 1692, der sich also zum 325. Mal jährt – eine furchtbare Brandkatastrophe, die unsägliches Leid über die Betroffenen brachte, die aber andererseits zur Folge hatte, dass der Wiederaufbau in der schönen barocken Form geschah, die bis heute den Reiz der Stadt ausmacht.
 
Wenn ich an Persönlichkeiten denke, die unsere Geschichte in besonderer Weise geprägt haben, dann fällt mir beispielsweise Johann Konrad Bürgy ein, der fleißige Homburger Orgelbauer, der 1792, also vor 225 Jahren, gestorben ist und dem wir so wundervolle Instrumente wie etwa die Orgeln in Wehrheim und in der Homburger Schlosskirche zu verdanken haben.

Im selben Jahr wie der Orgelbauer starb im Homburger Schloss auch die damalige Landgräfinmutter Ulrike Luise von Solms-Braunfels. Ulrike Luise gehört zu den starken Frauengestalten unserer Geschichte. Mit 15 Jahren verheiratet, mit 16 Mutter, mit 19 Witwe. Kaum war ihr Mann gestorben, versuchte der Landgraf von Hessen-Darmstadt die Situation auszunutzen und die kleine Landgrafschaft Hessen-Homburg unter seine Regierungsgewalt zu bringen. Ulrike Luise focht jedoch mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Darmstädter Ansprüche und verteidigte nach Kräften die Eigenständigkeit Hessen-Homburgs, bis ihr Sohn, der große Landgraf Friedrich V. Ludwig, endlich volljährig wurde und die Regierung übernehmen konnte.
 
Und zu guter Letzt gilt es noch an ein Jubiläum zu erinnern, das zwar bescheiden daherkommt, aber doch nicht vergessen werden darf: Der Hochtaunuskreis wird 150 Jahre alt. Es war eine Folge der preußischen Annexion des Taunus, dass das fortschrittliche preußische System der Kommunalverfassung und der kommunalen Selbstverwaltung auch hierzulande eingeführt wurde. 1867 wurde daher aus dem Gebiet der bisherigen Ämter Homburg, Königstein und Usingen ein Landkreis mit dem schönen Namen „Obertaunuskreis“ und dem Sitz in Homburg gebildet, der bis heute – wenngleich mit leicht veränderten Grenzen und seit 1972 unter neuem Namen – weiter existiert und den verbindenden kommunalen Rahmen für den vorderen, hohen und hinteren Taunus bildet.
 
Auch jenseits des Reformationsjubiläums hält 2017 also einen bunten Strauß an Anlässen bereit, um freudig, stolz oder nachdenklich in die Geschichte zu blicken. In diesem Sinne: ein frohes, gutes und spannendes Neues Jahr!
 

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