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Heimatkundler: Tief im Taunus

Von Früher ist er uns sauer aufgestoßen. Heute gibt's ihn (fast) nicht mehr. Und doch feiern wir ihn: unseren Wein.

Weinbau im Taunus
 
Im schönen Hochtaunuskreis haben wir alles, was das Leben schön macht – nur eines fehlt uns: der Wein. Zwar wachsen durchaus auch bei uns ein paar Reben, die aus Prestige und Tradition heraus gepflegt werden: etwa im Kronberger Rathausgarten, in Ober-Erlenbach oder im Freilichtmuseum Hessenpark. Das ist zwar ehrenwert und liefert mitunter auch durchaus trinkbare Resultate – aber dennoch ist der Taunus alles andere als eine Weinregion.

Dass das einmal anders war, darauf stoßen wir allerdings auf Schritt und Tritt: Straßennamen wie „Weinbergsweg“ oder „Im Wingert“ gibt es in vielen Orten im Taunus – obwohl dort kein Rebstock weit und breit zu sehen ist. Und wenn wir auf historische wie aktuelle Flurnamen schauen, können wir feststellen, dass Weinbau früher fast flächendeckend praktiziert worden ist. Am sonnigen Südhang des Taunus, am Übergang in die Mainebene, mag das weniger verwunderlich sein – aber es gilt auch für höhere und rauhere Lagen: Ehemalige Weingärten gibt es rund um Usingen ebenso wie um Neu-Anspach und Grävenwiesbach, im Weiltal ebenso wie in Merzhausen auf knapp 450 Meter Höhe!

Schon seit dem 17. Jahrhundert jedoch ging es mit dem Weinbau am und im Taunus deutlich bergab. Ursachen dafür kann man in klimatischen und wirtschaftlichen Vorgängen suchen. Mehr und mehr wurden die Weinreben durch Obstbäume ersetzt, die bei viel geringerem Arbeitseinsatz viel bessere Erträge brachten – und an die Stelle des Weins trat der Apfelwein.

Vielleicht können wir ganz froh sein, dass wir heute nicht aus Gründen des Lokalpatriotismus sauren „Neuweilnauer Schlossberg“ trinken müssen. Jedenfalls waren in früheren Jahrhunderten, als der Wein noch kein Genuss-, sondern ein Lebensmittel war, die Ansprüche an Qualität und Geschmack sicher nicht so hoch wie heute.

Und auch wenn es keinen Hochtaunus-Wein gibt, können wir ja dennoch Taunus-Wein genießen; schließlich ist der Rheingau nichts anderes als der Südhang unseres Mittelgebirges.

Deshalb ist es nur folgerichtig, dass sich die Geschichtsfreunde aus dem Taunus am 22. April am Rand des Rheingaus, in Hochheim, treffen, um beim diesjährigen „Geschichtstag für Taunus und Main“ ein spannendes Programm rund um den Weinbau in unserer Region zu erleben. Wer also mehr über die Geschichte des Weins im und am Taunus erfahren will, der ist dort richtig. Unter www.hvrmt.de finden sich alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung – und natürlich gibt es auch eine Weinprobe!
 

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