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Ei guude Jesus...

Wanderpfarrer Hans Bühler wünscht sich, wie Jesus zu leben.
Unser Blogger wurde mit Jesus verglichen. Der wird wie hier im Limburger Tal Josaphat auf dem Greifenberg aber meist leidend dargestellt. (Symbolbild: Laubach) Unser Blogger wurde mit Jesus verglichen. Der wird wie hier im Limburger Tal Josaphat auf dem Greifenberg aber meist leidend dargestellt. (Symbolbild: Laubach)
So zu leben, wie Jesus lebte, das war der einfache, aber wirkungsvolle Grundsatz meines Lieblings-Heiligen, des heiligen Franziskus von Assisi. So leben, wie Jesus lebte, welcher gläubige Christenmensch wünscht sich das nicht auch für seine eigene Lebensführung? Auch ich folge diesem Glaubens-Ideal, obwohl ich weiß: Ich bin weit davon entfernt, und es ist für mich unerreichbar.

Mit Jesus gleich gesetzt zu werden, das wäre eine zu große Ehre, ja eine ungebührliche Anmaßung für mich. Aber, zu meiner großen Überraschung wurde mir einmal kurz dies zuteil. Es war im Februar 2012, bei einer kleinen Trekkingtour mit meinem Packesel Boromir. In der Ortschaft Aarbergen bei Katzenelenbogen kamen wir um die Mittagszeit an einer Schule vorbei. Die Kinder verließen gerade den Schulhof, an dessen Eingang ich mit Boromir vorbeizog. Allgemeine Überraschung auf den Kindergesichtern, als sie uns erblickten.

Dann winkte eine Junge zu mir rüber und rief laut: „Ei guude Jesus, wie?“

Zu verdutzt war ich, um mit Worten zu antworten. So winkte ich im Weitergehen und lachte. Dass die Kinder mich mit Jesus gleichsetzten, das lag mit Sicherheit nicht an mir, sondern an meinem treuen Packesel. Jesus und Esel gehören für Kinder und Erwachsene eng zusammen. Schon im Stall von Bethlehem steht das graue Langohr an der Seite Jesu. Wer kennt sie nicht, die Bilder von der Flucht der heiligen Familie nach Ägypten, auf denen der Esel Maria mit dem Jesuskind durch die Wüste trägt? Auch in der Fastenzeit begegnet uns Jesus mit einem Esel beim Einzug nach Jerusalem. Der Palmsonntag als letzter Fastensonntag vor dem Osterfest, erinnert daran.

In Matthäus 21, 5 heißt es: "Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitet auf einem Esel." Gerade dieses Wort macht deutlich, dass Jesus und der Esel ein passendes Paar sind. Sie vermitteln gleiche Werte: Sanftmütigkeit, Geduld, Bereitschaft fremde Lasten zu tragen. Als ich vor vier Jahren den Wunsch nach einem eigenen Esel verwirklichte, war das eine pragmatische Entscheidung. In die Jahre gekommen, suchte ich nach einem kräftigen, geduldigen und anspruchslosen Begleiter bei meinen Weitwanderungen.

Aber, schon bei den ersten kleinen Wanderungen mit Boromir hier in Hessen merkte ich, dass ein Esel viel mehr ist als ein zuverlässiger, unkomplizierter Gepäckträger. Esel sind noch sehr ursprüngliche Tiere. Trotz viertausend Jahren Domestikation sind sie wenig durchgezüchtet und vom Menschen kaum züchterisch manipuliert. Ihre Ausstrahlung ist unbeschreiblich, aber sehr positiv. Man muss sie erleben, um ihre Faszination zu empfinden. (Hans Bühler)
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