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Aus dem Landtag

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Wie in allen Parlamenten, gehört es auch im hessischen Landtag zur Arbeitsplatzbeschreibung, gelegentlich eine Rede zu halten. Für mich kam es in der letzten Plenarsitzung zur Premiere und meiner ersten Rede im Landtag.
 
Allerdings war ich damit nicht die erste in meiner Familie, die am Rednerpult des Landtags stand und gesprochen hat. Der Nachwuchs war schneller als ich, meine Tochter hat bereits drei  Monate vor mir im Plenarsaal eine Rede gehalten. Sie hat  am Planspiel „Wir sind Abgeordnete“ für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 teilgenommen.
 
Der Landtag hat ein umfangreiches Bildungsangebot.  Das Planspiel findet fünf Mal im Jahr statt und bildet den Landtag ab. Die Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren bilden Fraktionen und Ausschüsse, es gibt Regierung und Landtagspräsidium. Es werden Gesetzesentwürfe und Anträge erarbeitet, diese werden in den Ausschüssen diskutiert.  Und selbstverständlich kommt es zur Königsdisziplin,  der Debatte im Plenum mit Abstimmung.

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Schon für Grundschüler gibt es den „Kinder-Landtag“. Zwei Stunden lang debattieren Kinder ab acht Jahren im Plenum und stimmen ab. Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren haben die Möglichkeit, drei Tage langwährend der Plenarwoche das Seminar „Im Zentrum der Landespolitik“ durchzuführen. Dabei gibt es die Einführung in die Aufgaben des Parlaments und Gespräche mit Repräsentanten des Landtags. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbständig zu Themen der politischen und parlamentarischen Arbeit. Sie führen Interviews mit Politikern, Fraktionsmitarbeitern und Journalisten zu der gewählten Fragestellung. Die Diskussion politischer Inhalte steht im Mittelpunkt.
 
Daneben gibt es noch den Projekttag „Landtag erleben“ für Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren. Dabei nehmen sie an einem Stationenspiel in allen Funktions- und Servicebereichen des Hauses teil. Das reicht vom Sicherheitsdienst über den Fahrdienst, in das Landtagsrestaurant bis zum Landtagsstudio des Hessischen Rundfunks. Sie sprechen mit Abgeordneten über ihre Arbeit.
 
Alle Angebote haben gemeinsam, dass sie im Unterricht vorbereitet werden müssen. Das bedeutet für gewöhnlich, dass Lehrerinnen und Lehrer das Angebot kennen und vorbereiten müssen. Und damit das funktioniert, gibt es selbstredend auch ein Seminarangebot für Multiplikatoren, insbesondere Lehrkräfte. Sie lernen den Landtag als außerschulischen Lernort der politischen Bildung kennen, immerhin drei Tage lang.
 
Meine Tochter hat übrigens nach ihren Erfahrungen Im Landtag – sie war während des Planspiels Mitglied der Fraktion der „Arbeiterpartei“ – bisher noch nicht die Absicht geäußert, Abgeordnete werden zu wollen. Der politische Diskurs zuhause hat aber messbar zugenommen!
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