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Dreifache Mutter: Familienpackung

Von Oft machen wir Eltern uns unnötig verrückt. Gut, wenn uns dann andere auf die Stärken unserer Kinder hinweisen.

Manchmal geschehen Wunder. Oder zumindest läuft das Leben ganz anders, als man es sich vorgestellt hat. Vor allem das Leben mit Kindern.

Sie erinnern sich vielleicht. Ich schrieb hier vor einigen Wochen von unserem großen, mit Spannung, Nervosität und Schrecken erwarteten Projekt: der Eingewöhnung meines Jüngsten in die Krippe. Der Kleine wird ein Großer, muss jetzt mal mehrere Stunden ohne die Mama auskommen – die schlimmsten Szenarien malte ich mir aus, geprägt von zweifacher leidvoller Erinnerung an kreischende, weinende und sich widerstrebende Zwerge.

Wissen Sie was? War alles umsonst. Die ganze Sorge, die ganze Aufregung, das ganze Trara. Alle Befürchtungen reiner Humbug. Mein „Baby“ liebt seine Krippe. Punkt. Er kann es morgens kaum erwarten, in den Buggy verfrachtet und gen Kindertagesstätte geschoben zu werden.

Kaum ist das Frühstück beendet und seine großen Geschwister machen sich für Kindergarten und Schule fertig, dackelt auch er zur Schuhkiste, schnappt sich sein Paar und bringt es mir mit aufforderndem Blick. „Los, Mama, Abmarsch!“, lese ich in seinen Augen.

In der Krippe angekommen, setzt er sich auf seine Garderobenbank, lässt sich die Hausschuhe anziehen und  läuft schnurstracks zur Tür, die ihn von seinen neuen Freunden, Bergen von Spielzeug und einem Garten mit Bobbycars und Schaukeln trennt. Selbst das Weinen zum Abschied hat er mittlerweile hinter sich gelassen: Er strahlt seine Erzieherin an. Mama kann gehen. Sohnemann hat jetzt anderes zu tun.

Hmmmmm. Ist das dasselbe Kind, das noch vor wenigen Wochen in herzerweichendes Weinen ausbrach, sobald ich es auch nur für kurze Zeit „verließ“? Das die Mundwinkel nach unten verzog, wenn jemand anderes als Mama, Papa und die Geschwister es wagten, es anzufassen? Hat vielleicht jemand über Nacht mein Kind gegen ein anderes ausgetauscht? Wer ist dieser kleine Mann, der plötzlich mit so viel Freude und Begeisterung mit Gleichaltrigen spielt, die ihn bis vor kurzem noch in höchstem Maße irritierten und verschreckten?

Mein Kind ist natürlich immer noch mein Kind. Nur hat es offenkundig in den vergangenen Wochen einen riesigen Schritt nach vorne getan. Und wie so oft haben das zunächst einmal weder Mama noch Papa bemerkt. Stattdessen ist es wieder einmal der Anstoß von außen, der uns sagt: „Schau ihn dir an, der kann das, der ist schon richtig groß!“ Ein super Gefühl für uns Eltern, die wir ja manchmal geneigt sind, den Schwächen und Unzulänglichkeiten unserer Kinder mehr Aufmerksamkeit zu schenken als ihren zahlreichen Stärken.

Gut, dass es so etwas immer wieder gibt: Die Erzieherin, die uns begeistert berichtet, dass der Knirps schon mit dem Löffel sein Müsli isst. Die Lehrerin, die in den höchsten Tönen davon schwärmt, wie fantastisch und gut der Sohnemann sich ausdrücken und erzählen kann und was für ein soziales und liebes Kind er ist. Die Turnlehrerin, die begeistert ist vom Talent der Tochter und uns auf die Schulter klopft. Die Freundin, die anerkennend sagt: „Toll, wie ihr das hinkriegt mit den Dreien!“

Mehr davon. Mehr Lob für unsere Kinder und uns Eltern. In einer Welt, die uns Familien schon von Anfang an und immer wieder vorhält, wie sehr wir unsere Kindern fördern und fordern müssen, was sie zu leisten, wem sie zu gefallen und wohin sie zu gehen haben, damit aus ihnen effiziente, gewinnbringende Mitglieder dieser Gesellschaft werden, tut ein schlichtes und ehrliches gutes Wort an uns manchmal Not. Manchmal? Am besten jeden Tag. Mehr von solchen positiven Erlebnissen für alle Eltern. Von Ereignissen und Menschen, die uns daran erinnern, was für fantastische, tolle Kinder wir haben. Ohne Wenn und Aber.

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