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Stadt, Land, Flucht

Von Gibt es in einem Ort mit weniger als 3000 Einwohnern eine Grundschule?
In ländlichen Gebieten zu wohnen bietet für Schüler viele Vorteile - und Nachteile. Hier sieht man Schüler der John-F.-Kennedy-Schule im Bad Vilbeler Stadtwald. (Foto: NDP) In ländlichen Gebieten zu wohnen bietet für Schüler viele Vorteile - und Nachteile. Hier sieht man Schüler der John-F.-Kennedy-Schule im Bad Vilbeler Stadtwald. (Foto: NDP)
Meine Familie und ich, wir wohnen in Südhessen, genauer im Rhein-Main-Gebiet. Und weil es uns interessiert, nutzen wir einen Teil dieser Sommerferien, um Nordhessen besser kennen zu lernen. Auf der Fahrt von Willingen nach Witzenhausen und von Bad Wildungen nach Bad Karlshafen bekommen wir sehr viel zu sehen. Wir durchqueren zahlreiche kleine Ortschaften, wie es sie natürlich auch in Südhessen gibt. Aber gefühlt sind es in Nordhessen proportional mehr.

Man kann das ohne Scheu ländlichen Raum nennen - und ich komme ins Grübeln. Gibt es in einem Ort mit weniger als 3000 Einwohnern eine Grundschule? Und wie sieht es mit den weiterführenden Schulen aus? In Hessen haben die Eltern das Recht, den weiteren Bildungsgang ihres Kindes zu wählen. Im Rhein-Main-Gebiet – und auch in Kassel - kann man als Eltern nach der Grundschule eine Wahl des Bildungsganges für das Kind treffen und findet ein entsprechendes Angebot vor Ort (naja, zumindest, solange man nicht auch noch zwischen G8 oder G9 am Gymnasium wählen möchte). In den größeren hessischen Städten bemüht man sich, den Wünschen der Eltern irgendwie gerecht zu werden und das geling auch meistens.

Aber was ist im ländlichen Raum? Und wo fängt der ländliche Raum an, wenn sich schon die Städte schwer tun, in den Vororten die Grundschulen zu erhalten – siehe Hanau und andere? Und es gibt berufliche Schulen auch im ländlichen Kreisen. Ich kenne Eltern, deren Kinder zum Besuch der Berufsschule einen einfachen Weg von mehr als 40 Kilometer hinter sich bringen. Weil die berufliche Schule für den gewählten Beruf in der Region nur einmal vorhanden ist. Und wenn man dann nicht in der Nähe wohnt, hat man Pech.

Wir beginnen, den soziodemographischen Wandel zu erleben. Die ländlichen Kreise werden weniger Bevölkerung haben, die hessischen Großstädte werden wachsen. Die Rhein-Main-Region profitiert davon. Aber wie sollen die Schulträger in den Flächenkreisen in Hessen das vielfältige Angebot unter den vorliegenden Bedingungen stemmen, insbesondere unter der vorliegenden finanziellen Situation der Kommunen und der Schulträger?

Und so entstehen zum Beispiel Schulzentren. Das Bildungsangebot wird an einem Ort im Kreis gebündelt und die Schülerinnen und Schüler reisen mit dem Bus an, auch längere Strecken. Die Eltern müssen zur Kenntnis nehmen, dass das hessische Schulangebot dem Prinzip der eierlegenden Wollmilchsau – jeder bekommt jedes Angebot an jedem Standort – immer schwieriger folgen kann. Die Politik steht vor einer großen Aufgabe. Aber, liebe Politik, die Grundschulen müssen so lange wie möglich vor diesem Wandel geschützt werden und vor Ort vorhanden sein. Das Prinzip „kurze Beine – kurze Wege“ hat sich für Eltern und ihre Kinder nämlich noch lange nicht überholt!

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