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Das macht Schule

Von Diesmal: Sechs Wochen lang werden Schüler zu Regisseuren. Ein Versuch.
Bei dem Projekt an der Versuchsschule wurde konzentriert gearbeitet - aber ganz anders als im Unterricht. (Foto: Dominik Rinkart) Bei dem Projekt an der Versuchsschule wurde konzentriert gearbeitet - aber ganz anders als im Unterricht. (Foto: Dominik Rinkart)
Mein Sohn besuchte sie und meine Tochter besucht sie noch – eine der wenigen Versuchsschulen des Landes Hessen. Dort sollen – so das Hessische Kultusministerium – „Perspektiven für die Weiterentwicklung des Schulwesens erprobt werden“. An der Schule meiner Tochter ist das definitiv der Fall. Reformpädagogische moderne Unterrichtskonzepte wurden und werden entwickelt und durchgeführt. Neben fächerübergreifendem Unterricht, keine Notenerteilung in den Jahrgängen 5 und 6 sowie einer erfolgreichen Einführung der Bildungsstandards gibt es für alle Schülerinnen und Schüler im Jahrgang 9 ein spannendes Projekt.

Es findet sechs Wochen lang kein Unterricht in der bekannten Form statt. Es wird ausschließlich ein Projekt gelebt. Die eine Hälfte des Jahrganges dreht nämlich einen Film, die andere Hälfte bringt ein Theaterstück auf die Bühne. Die Klasse meines Sohnes hatte sich für das Theaterstück entschieden und mit „The Elephant Man“ ein anspruchsvolles Stück ausgewählt. Die Klasse meiner Tochter hat vier Kurzfilme gedreht, alle zu verschiedenen, für die Schülerinnen und Schüler wichtigen Themen. Beide Projekte wurden jeweils unter der Anleitung eines professionellen Regisseurs durchgeführt.  Gemeinsam hatten sie ebenfalls, dass sich die Kids sehr intensiv mit den Inhalten auseinander gesetzt haben und genau überlegt haben, wie sie ihr Thema auf die Bühne bzw. in die Kamera bringen wollten.

Es musste das Skript für das Theater bzw. das Drehbuch geschrieben werden. Dann mussten die Schauspieler gecastet werden, Requisiten besorgt und Kulissen gemalt werden. Bei den Filmern mussten geeignete Locations zum Drehen gefunden werden und anschließend umfangreiche Schnittarbeiten mit professionellem Gerät vorgenommen werden.
Beide Klassen mussten lernen, dass der Regisseur eine eigene Vorstellung vom Theaterstück oder Film hat und überzeugt werden will. Und sie mussten das gesamte Projekt von vorne bis hinten alleine organisieren, Drehbücher, Locations, Requisiten und Kulissen. Gelegentlich mussten Krisen bewältigt werden und zur Kenntnis genommen werden, dass Kreativität eine höchst individuelle Erscheinung ist. Gruppendynamisch war das eine echte Herausforderung. Bis in die Endphase des Projektes wurde gemeinsam gearbeitet bis in die Abendstunden. Eine Erfahrung, von der alle profitiert haben.

Und sie haben es trotz gelegentlicher Aufregung und Lampenfieber gemeinsam geschafft: Bei der einen Klasse stand am Ende eine tolle Theaterpremiere vor den Eltern und Freunden. Das Haus war ausverkauft und es gab eine rauschende Premierenfeier. Bei der anderen Klasse gab es am Ende eine super Performance für die Eltern, mit der die Vorführung der Kurzfilme umrandet wurde. Und natürlich ebenso eine rauschende Premierenfeier. Selbstverständlich wurden Theaterstück und Filme als schuleigenes Kulturprogramm allen Jahrgängen vorgeführt. Und jeder, der das sehen wollte, musste moderaten Eintritt zahlen. Teil des Projektes war auch die Finanzierung der kulturellen Highlights.

Und wir Eltern? Wir haben uns weitgehend beschränkt auf den kulturellen Genuss bei den Premieren  und die Zulieferung zum Buffet der Premierenfeiern. Und unsere Kids fanden das völlig okay so. Wir Eltern übrigens auch. Und wir haben gehofft, dass die Qualität des Buffets die Klassenlehrerin und den Klassenlehrer von unserer Dankbarkeit für ihr wochenlanges Wirken im Hintergrund dieses Projektes überzeugt hat.

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