Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Das macht Schule

Von Staffelübergabe beim Schulblog: Das müssen wir alle tun, damit Schule besser wird.
Damit Kinder in der Schule fürs Leben lernen können, brauchen Lehrer Unterstützung von Eltern. Doch wie das geschehen soll, darüber gibt es ganz gegensätzliche Auffassungen. (Symbolbild: dpa) Bilder > Damit Kinder in der Schule fürs Leben lernen können, brauchen Lehrer Unterstützung von Eltern. Doch wie das geschehen soll, darüber gibt es ganz gegensätzliche Auffassungen. (Symbolbild: dpa)
Bild-Zoom
In den hessischen Schulen muss an einem unterrichtsfreien Samstag ein Elternsprechtag stattfinden. Das ist in Hessen bestehendes Recht. Und aus meiner Sicht so sinnvoll wie ein Kropf!
 
Hoch komplex ist beim Elternsprechtag die Koordination der Gesprächswünsche der Eltern mit dem Zeitplan der einzelnen Lehrerinnen und Lehrer an diesem Tag. In den vergangenen rund 20 Jahren als Mutter mit Kindern in einer hessischen Schule habe ich nicht ein einziges Mal erlebt, dass der mühsam austarierte Zeitplan eingehalten werden konnte. Die Lehrkräfte sitzen in ihren Klassenräumen und haben pro Schülerin oder Schüler einen Gesprächszeitraum von etwa zehn Minuten. Man pilgert von Lehrerin zu Lehrer des Kindes und bemüht sich, dabei so viele Lehrkräfte wie möglich mitzunehmen. Wie soll man sich in zehn Minuten über die Situation des eigenen Kindes im Fach Deutsch, Mathe, Englisch oder Sport qualifiziert austauschen? Zu Schnappatmung führte bei mir die Mitteilung einer Lehrerin, dass sie nicht verstünde, weswegen ich da sei. Schließlich gebe es kein Problem. Und genau das ist das Problem!
 
Viel sinnvoller ist es, Termine zum Elterngespräch zu vereinbaren und sich Zeit zu nehmen, um über das Kind zu sprechen. Bedauerlicher Weise werden viele Lehrkräfte dann initiativ und laden für ein Elterngespräch ein, wenn es ein Problem gibt. Und Eltern erwarten dann ein problematisches Gespräch.
 
Eltern und Lehrerinnen und Lehrer sind - ob sie es wollen oder nicht - Erziehungspartner für die Kinder. Beide sind für den Erfolg ihrer Bemühungen auf ein kooperatives Miteinander zum Wohl des Kindes angewiesen. Dazu gehört ein Elterngespräch auf Augenhöhe, in welchen Stärken und Schwächen des Kindes besprochen werden sollten. Eltern erleben gelegentlich ein Elterngespräch nicht auf Augenhöhe. Lehrerinnen und Lehrer erleben umgekehrt gelegentlich Eltern, deren Kommunikationsverhalten die Frage aufwirft, ob sie mit dem D-Zug durch die Kinderstube geprescht sind. (Kann ich mir zwar kaum vorstellen, habe ich aber so gehört.)
 
Wenn ein Konflikt eskaliert, wenden sich Eltern auch an den Landeselternbeirat und bitten um Beratung. Da gab es in der Regel schon Klassenkonferenzen, die Schulleitung wurde eingeschaltet, das Staatliche Schulamt ist  beteiligt. Es wird mit Klagen, Dienstaufsichtsbeschwerden und der Presse gedroht. In einem Gespräch mit einem Vater in dieser Situation habe ich gefragt, ob denn mit dem betroffenen Lehrer das Gespräch gesucht wurde. Nein, wurde es nicht. Na, dann kann das Ergebnis nicht erstaunen.
 
Es bleibt also weiter eine große Aufgabe, die Kommunikation in der Schulgemeinde zu pflegen. Ich fände es gut, wenn das Elterngespräch so wichtig wird, dass es Raum in der Lehrerausbildung bekommt. Wir werden sehen, was an dem Punkt geschieht. Und natürlich weiß ich, dass an allen hessischen Schulen das Gesprächsklima gut und gepflegt ist. ;-)
 

Und das sagt der Nachfolger:


Bild-Zoom
Gute Kommunikation ist alles. Die Praxis der Elternsprechtage einmal kritisch zu hinterfragen ist meines Erachtens eine gute Idee, zumal etwas nicht richtig oder gut wird, nur weil man es schon immer so gemacht hat. Elterngespräche im zehn-Minuten-Takt sind wohl eher nur eine Pflichtabhandlung und Formalerfüllung einer gesetzlichen Vorgabe, deren eigentliche Intention es aber sein muss, auf das bestmögliche Ergebnis abzuzielen. Dabei meine ich das Ergebnis in Bezug auf das Wohl des Kindes. Und hieran kann sich dann, aber erst nachgeordnet, das Erfordernis hinsichtlich der Organisation in der Schule anknüpfen.

Das bestmögliche Ergebnis sehe ich daher mit der bisherigen Praxis kaum erreicht. Die Ausrichtung der Erfüllung der Aufgaben von Schule muss in erster Linie ausgerichtet sein auf Empfängerhorizont und das ist das Wohl des jeweiligen Schülers oder der jeweiligen Schülerin.

In der Praxis, als Vater von vier Kindern, habe ich es als Erfolgsmethode bereits erlebt, dass unter Koordination des Stufenleiters oder Klassenlehrers Elterngespräche auf Augenhöhe in Form einer quasi "Kleinkonferenz" unter Einbeziehung der Fachlehrer auch kurzfristig anberaumt werden können. Diese Organisationsform empfand ich als effizient und sehr zielführend.

Was mich ganz besonders positiv beeindruckt hat, war, wenn die jeweilige innere Haltung der Lehrer keinen Zweifel daran aufkommen ließ, dass das Gesprächsziel auch auf das Wohl des Schülers ausgerichtet ist und das zentrale Bemühen dieser Gespräche ein gutes Ergebnis sein soll. Von daher sehe ich hier ebenfalls Handlungsbedarf sowohl für die Ausgestaltung auf Regelungsebene als auch für die Weiterentwicklung in der Lehrerausbildung.
 
Ebenfalls sollten Eltern in Form von Angeboten ermutigt werden, Elternrechte und Elternpflichten aktiv wahrzunehmen, damit zukünftig durch gute Kommunikation gute Schule gelingt.   Ich denke, dass ich dieses wichtige Thema gerne zukünftig gerne im LEB thematisieren werde und hoffe, dass sich hieraus auch eine positive Weiterentwicklung in Gang bringen lässt.

Die Meinungen unserer Blogger sind Privatsache und spiegeln nicht die Haltung der FNP wieder. Diskutieren Sie mit unseren Bloggern! Wenn Sie sich noch nicht registriert haben, können Sie das kostenlos nachholen: Klicken Sie dafür einfach unter dem Kommentarfeld am Seitenende auf den beige hinterlegten Reiter „Für nicht registrierte Nutzer“. Dort können Sie sich ganz unkompliziert mit einem Benutzernamen Ihrer Wahl, einem Passwort und Ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Anschließend erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, den Sie nur noch anklicken müssen – und schon können Sie kommentieren. Natürlich werden Ihre persönlichen Daten nur intern verwendet und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Unsere Blogger freuen sich auf Ihre Beiträge!
Zur Startseite Mehr aus Matthias Bedürftig - Schul-Blog

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse