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Schul-Blog

Von G9 für die fünften bis siebten Klassen - die Katze ist aus dem Sack.
Eine Abstimmung über die Rückkehr zu G9 ist gemäß dem hessischen Gesetzesentwurf eine komplizierte Angelegenheit. Eine Abstimmung über die Rückkehr zu G9 ist gemäß dem hessischen Gesetzesentwurf eine komplizierte Angelegenheit.
Große Zusagen an den Elternwillen oder eher Mogelpackung - oder vielleicht nur Machtspielchen in der neuen Koalition? Die siebten Klassen sind dabei - das könnte man zunächst schon mal als großen Erfolg werten. Aber: Wurde der Elternwille auch wirklich angemessen berücksichtigt oder nur scheinbar? Ein Blick in das vorgegebene Verfahren bringt hier schnell Klarheit.

Die Abstimmung soll zunächst jahrgangsbezogen und auf jeden Fall anonym stattfinden. Für jeden Jahrgang muss danach die Gesamtkonferenz mit mindestens einer zweidrittel Mehrheit zustimmen. Dann schließlich entscheidet die Schulkonferenz, dann die Schülervertretung und erst danach die Eltern. Für jeden Jahrgang muss außerdem ein eigenes Konzept entwickelt werden.

Eltern müssen einmal mehr Spezialwissen erlangen um in dieser komplizierten Materie überhaupt mitreden zu können und es klingt nach viel Arbeit für die Schulen. Zusätzliche Mittel um diese Umstellung an den Schulen umzusetzen, man erahnt die Antwort schon, gibt es selbstverständlich nicht.

Das klingt dann insgesamt doch eher als ein Zugeständnis der CDU an die Grünen, aber ohne den fehlenden Umsetzungswillen. Welche Schule macht diesen Aufwand denn wirklich mit, wenn ihr keine Anreize geboten werden neben ihrer Arbeit zur allgemeinen G9-Umwandlung, noch die fünften, sechsten und siebten Klassen mitzunehmen. Ergo: Wenn die Schulen oder die Schulleiter einfach nicht wollen oder wenn es ihnen zu viel Arbeit ist, dann müssen sie das Thema der Umwandlung der fünften, sechsten und siebten Klassen noch nicht einmal in der Gesamtkonferenz einbringen.

Dann erfolgt natürlich auch kein Gang durch die Gremien und somit keine Möglichkeit für Elternumfragen, und die fünften, sechsten und siebten Klassen gehen leer aus. Drei Jahrgänge mehr mit einer Kindheit und Jugend unter erschwerten Bedingungen.

Das hat dann leider doch den Anschein des Aschermittwochs für den zunächst von den Grünen versprochenen Schulfrieden. Genaueres soll noch in der kommenden Woche auf der Webseite des Kultusministeriums veröffentlicht werden – man darf gespannt sein.
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