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Sternzeit

Von Wer im Himmel sucht, findet außergewöhnliche Schönheiten - besonders jetzt im Herbst.
Liebe Leserinnen und Leser, jetzt beginnt sie wieder: die Zeit, in der die Tage kürzer und die Nächte länger werden. Nicht nur das, oftmals wird der Tag nicht hell, da eine dichte Nebelschicht über uns hängt. Wer dieser Tage in den Taunus fährt und auf den großen Feldberg kommt, hat vielleicht Glück und er steht über dem Nebel und kann die herbstliche Sonne genießen.
 
Diese Veränderungen, die mit den Jahreszeiten einher gehen, können wir auch am Sternenhimmel verfolgen. Wenn es jetzt nach Sonnenuntergang dunkel wird, können wir über den westlichen Horizont, also von Frankfurt aus gesehen über dem Taunus, das Sommerdreieck sehen. Dieses, aus den Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler geformte übergeordnete Sternbild schickt sich nun an, der Sonne bald zu folgen.
 
Die Verhältnisse am Sternhimmel scheinen die Jahreszeiten zu spiegeln. Der Sommer ist zumeist strahlend, von vielen hellen Sonnenstunden gezeichnet, und der Sommerhimmel zeigt viele prächtige Sterne und den Glanz der leider aus den viel zu hellen Großstädten kaum noch zu sehenden Milchstraße. Der Herbst dagegen ist meist trist und grau. So ähnlich erscheint uns auch der herbstliche Sternhimmel. Nur wenige helle Sterne sind zu sehen, und selbst die Milchstraße verliert an Pracht.
 
Dennoch lohnt der Blick an den Himmel, mit bloßem Auge oder mit Fernglas und Teleskop. Die prachtvollen Objekte scheinen sich ein wenig vor uns zu verstecken, und wir müssen sie suchen. Das wohl schönste Objekt ist die bereits mit bloßem Auge zu sehende Andromedagalaxie in dem gleichnamigen Sternbild. Das Bild von mehreren hundert Milliarden Sternen scheint uns hier entgegen, und nur durch die gewaltige Entfernung von zweieinhalb Millionen Lichtjahren (1 Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, immerhin fast 10 Billionen Kilometer) erscheint uns die riesige Galaxie wie ein kleiner verwaschener Fleck am Himmel. Wir blicken hier auf ein Sternensystem, das unserer eigenen Milchstraße im Aussehen ähnelt. Erfahrene Beobachter nennen die Andromedagalaxie auch M31.
 
Nicht weit davon steht der etwas schwerer zu sehende Dreiecksnebel M33 im Sternbild Dreieck, unter halb der Andromeda. Noch weiter zum südlichen Horizont erstreckt sich der Sternbild Walfisch oder Cetus, das Meeresungeheuer, in dem wir den veränderlichen Stern Mira finden. Hoch über uns im Zenit finden wir die Sternbilder Cassiopeia und Perseus im hellen Band der Milchstraße. Die Cassiopeia hat die Form des Buchstaben W, während der Perseus an ein k erinnert. Zwischen den beiden Sternbildern, in der Milchstraße eingebettet findet man die beiden offenen, aus sehr jungen Sternen gebildeten Sternhaufen h und chi im Perseus.
 
Das wohl auffälligste, weil größte Sternbild ist das wie ein großes Viereck erscheinende Sternbild Pegasus, das auch als Herbstviereck bekannt ist. An den Pegasus schließt sich im Osten gleich die Andromeda an. Mit Pegasus, Andromeda, Cetus, Perseus, Cassiopeia und Cepheus, das nordwestlich der Cassiopeia zu findende unscheinbare Fünfeck, sehen wir Sternbilder, die in der griechischen Perseussage vereint sind.
 
Im Osten gehen bereits die frühen Vorboten des Winters, die Pleyaden oder Siebengestirn auf.
Wenn Sie jetzt gerne mehr über den herbstlichen Sternhimmel wissen möchten, dann sind Sie herzlich eingeladen, auf YouTube mal nach dem Kanal der Astronomieschule Oliver Debus zu suchen (einfach „Astrononomieschule“ eingeben) . Dort finden Sie Videos über den jahreszeitlichen Sternhimmel.


Dann brauchen Sie nur noch warme Kleidung, eine Sternkarte und ein Fernglas, und schon können Sie den Sternhimmel entdecken. Wünschen wir uns in diesem Herbst viele klare Nächte.


 
 
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