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Sternzeit

Von Außerirdische sind gaga – soviel steht mal fest. Sollte es doch Vernünftige geben, sind sie herzlich bei mir eingeladen.

Wenn ich nachts zu den Sternen heraufschaue, dauert es nicht sehr lange, und es kommt mir, im Angesicht der unermesslich großen Zahl an Sternen - allein in unserer Milchstraße gibt es 200 Milliarden -, eine der wohl spannendsten Fragen der Weltraumforschung in den Sinn. Gibt es Leben im Weltraum? Gibt es auf den Planeten oder Monden unseres Sonnensystems oder auf Planeten anderer Planetensystemen Leben, vielleicht sogar intelligentes Leben?


Mit modernsten Geräten forschen wir nach Lebensspuren im All. Wissenschaftler halten es für möglich, dass sich auf dem Mars sowie den großen Monden von Jupiter und Saturn primitives Leben entwickelt haben könnte. Doch unser Blick geht noch weiter, über die Grenzen des Sonnensystems hinaus, in andere Planetensysteme hinein. Mit SETI, Search for extraterrestrial intelligence, lauschte man mit großen Radioantennen nach Botschaften außerirdischer Zivilisationen, bislang aber ohne eine Nachricht zu erhalten.
 
Heute suchen wir ganz gezielt bei anderen Sternen nach lebensfreundlichen Planeten, sozusagen nach der zweiten Erde. Es ist beinahe wie bei Star Trek. Zwar sind wir nicht mit einem Raumschiff wie die Enterprise direkt bei den Planeten, aber unsere Technik erlaubt es uns, aus der Ferne die Planeten auszuspähen und zu schauen, ob sie eine Atmosphäre haben. Ich denke, es wird uns bald möglich sein, die Planetenatmosphären nach verräterischen „Fingerabdrücken“ des Lebens zu untersuchen.
 
Das Gas Sauerstoff wäre solch eine Spur, die auf pflanzliches Leben schließen ließe. Da der Sauerstoff  schnell Verbindungen mit anderen Stoffen eingeht, würde er bald aus einer Gashülle verschwinden. Finden wir also Sauerstoff, dann wissen wir, dass es dort Pflanzen oder Pflanzen ähnliches Leben auf dem Planeten gibt. Leider können wir nicht feststellen, wie die Bewohner aussehen oder ob sie intelligent sind. Gibt es dort vielleicht Zivilisationen, darunter auch solche, die uns überlegen sind? Es wäre faszinierend, wenn wir auch diese Fragen eines Tages klären könnten.

Für einige Menschen ist diese Frage schon längst gelöst. Glaubt man ihnen, dann besuchen uns Außerirdische schon seit prähistorischen Zeiten. Die Präastronautiker, der bekannteste dürfte der Schweizer Erich von Däniken sein, glauben, dass vor tausenden Jahren außerirdische Raumfahrer den antiken Kulturen erschienen sein sollen und ihnen geholfen hätten, gewaltige Bauwerke wie die Pyramiden der Ägypter oder der mittelamerikanischen Indianer oder die Steinsetzungen der Megalith-Kultur zu errichten. Spuren dieser Außerirdischen, die von den Menschen als Götter verehrt worden sein sollen, wollen die Präastronautiker in steinzeitlichen Höhlenzeichnungen oder Legenden und schriftlichen Überlieferungen gefunden haben. Und mittlerweile wollen selbst ernannte Weltraumarchäologen die Spuren Außerirdischer auf Mond, Mars, Kometen etc. gefunden haben. Neben Gebäuderuinen, ganzen Alienbasen finden sie auch Reste von Raumschiffen. Und das alles, obwohl die NASA und die ESA angeblich entsprechende Bilder eigentlich bearbeiten oder zensieren.
 
Warum die Bilder trotzdem in die Öffentlichkeit gelangen darüber hüllen sich diese Forscher gerne in Schweigen. Genauso sprachlos werden sie, wenn man die angeblichen auf dem Mars gefundenen Artefakte auf den Originalaufnahmen des Marsrovers Curiosity sucht und feststellt, dass das Raumschiff oder das Gebäude doch nur seltsam aussehende Gesteine sind, die nicht mal ein Meter groß sind. Die Marsianer müssen wirklich sehr klein gewesen sein.

Und dann sind da noch die ganzen UFOs, die überall gesichtet werden, sich aber nach Belieben dem Auge des Skeptikers entziehen können. Was die Außerirdischen hier genau wollen, darüber gehen die Meinungen der UFO-Gläubigen auseinander. Für die einen sind sie unsere Retter, die uns helfen wollen. So sind sie auf Bildern des Weltraumsonnenobservatoriums SOHO zu sehen. Man sieht sie, wie sie entweder die Sonne reparieren oder ihre Schiffe betanken. Diese müssen gewaltig groß sein, größer als die Erde. Bleibt nur zu hoffen, dass wir da nicht den Todesstern von Darth Vader entdeckt haben. Es müssen wohl die gleichen Außerirdischen sein, die des Nachts über verschiedenen Getreidefeldern fliegen und dort in Kornkreisen verschlüsselte Botschaften hinterlassen, die wir aber leider noch nicht verstehen können, da wir Menschen noch nicht so weit entwickelt sind. Es sind wohl die gleichen Aliens, die sich nur ganz wenigen Auserwählten zeigen und mit ihnen Kontakt aufnehmen. Seltsam, dass das immer so dermaßen schräge Vögel sind, die von der Menschheit selten ernst genommen werden. Die Besucher aus dem All könnten ja einfach mal mit Wissenschaftlern Kontakt aufnehmen und sich mit ihnen über das Universum austauschen. Das wäre sicher total spannend.

Dann gibt es noch die richtig bösen Aliens. Sie sind gekommen, um unseren Planeten zu übernehmen. Dazu unterwandern sie unsere Regierungen, unser Militär usw. Ganz heimlich natürlich, es soll ja keiner mitbekommen. Genauso, wie keiner wissen soll, dass es Reptiloiden sind.  Blöd nur für die außerirdischen Invasoren, dass es neben den vielen Schlafschafen (sind wir alle), ein paar ganz wenige Aufgeweckte gibt, die das Treiben unter Lebensgefahr aufdecken und Verfolgung befürchten. Dass sie nahezu ungestört ihre „Wahrheit“ in alle Welt hinausposaunen können, scheint sie nicht stutzig darüber zu machen, ob an ihrer Geschichte etwas dran ist.

Ich frage mich da immer, wie man auf solche abenteuerlichen Geschichten kommt und wieso?

Bei den meisten fängt es wohl mit einer unverstandenen Beobachtung oder einer simplen Wahrnehmungstäuschung an. Es kommt ja oft genug vor, dass uns die Mustererkennung unseres Gehirns einen kleinen Streich spielt und uns ein X für ein U vormacht. Ein Flugzeug bei Nacht kann schnell zu seinem rätselhaften UFO werden. Mir ist es schon einige Male passiert, dass mir mein Gehirn ein Flugzeug, von dem ich nur die hellen Landelichter sah, zu einem runden UFO umdeutete. Meist vergessen wir so etwas oft wieder, bis wir von anderen etwas Ähnliches hören. Eine rätselhaft erscheinende Beobachtung muss also nicht gleich ein außerirdisches Raumschiff sein.

Wenn man all den Geschichten von UFOs und Außerirdischen glauben schenkt, bekommt man den Eindruck, dass die Aliens ganz schön gaga sind. Da bin ich froh, dass diese Besucher noch nicht bei mir im Garten gelandet sind. Wenn es da draußen vernünftige Außerirdische gibt, so sind sie herzliche eingeladen, mal zu einem Besuch bei mir vorbeizuschauen.

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