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Sternengucker: Sternzeit

Von Es ist wieder an der Zeit, große Entdeckungen zu machen. Schauen Sie mal in den Nachthimmel.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, haben Sie die letzten schönen Tage mal an den Abendhimmel geblickt? Ist ihnen dort etwas aufgefallen? Richtig, auch am Sternenhimmel ist es mittlerweile Frühling geworden.

Die winterlichen Sternbilder, um den markanten Orion herum, verabschieden sich am Abendhimmel und machen den Frühlingssternbildern um den schönen Löwen Platz, an die sich, und das ist doch herrlich, die Sommersternbilder um den hellen Stern Vega und der kleinen Figur der Leier anschließen.

Doch ich möchte Ihren Blick nicht so sehr auf die Sternbilder lenken, sondern auf die jetzt sichtbaren Planeten unseres Sonnensystems. Bereits einige Zeit nach der Abenddämmerung zeigt sich, hoch über dem westlichen Horizont, für Bewohner Frankfurts, der Wetterau oder dem Vordertaunus über der schönen Silhouette des Taunus, hell strahlend der Abendstern.

Vielleicht wissen Sie ja, dass sich hinter dem Abendstern der Planet Venus, der nächste Nachbarplanet der Erde, verbirgt. Bis in den Juli hinein können wir die wunderschöne Venus bestaunen und vielleicht nachempfinden, warum die alten Römer diesem Planeten nach ihrer Göttin der Liebe benannten.

Lassen wir unseren Blick von der Venus Richtung Osten wandern, sehen wir bald einen weiteren sehr hellen "Stern". Er steht zwischen dem unscheinbaren Sternbild Krebs und dem prägnanten Sternbild Löwe. Wir sehen hier den Planeten Jupiter, wie ihn die Römer nach ihrem Hauptgott bezeichneten. Es lohnt sich, den Jupiter mal in einem Fernglas anzusehen oder ihn sich, wie auch die Venus, mal in einem Fernrohr einer Volkssternwarte zeigen zu lassen.

Bei Jupiter kann man den Tanz seiner vier hellen Monde, die vor über 400 Jahren der Forscher Galileo Galilei im Fernrohr entdeckte, verfolgen. In einem größeren Fernrohr kann man auf dem Jupiter auch sehr schöne Atmosphärenbänder entdecken.

Die Venus dagegen zeigt im Fernrohr eine deutliche Phasengestalt, der des Erdmondes nicht unähnlich. Die Venus wird in den kommenden Wochen auf den Jupiter zuwandern und gemeinsam werden sie sich Mitte Juli vom Abendhimmel verabschieden.

Aufmerksame Beobachter sollten noch bis zum 12. Mai mal ganz genau zum westlichen Horizont schauen. Dort zeigt sich, anfangs noch sehr schüchtern, der schnelle Planet Merkur, benannt nach dem römischen Götterboten. Am 2. Mai ist der Merkur am besten zu sehen, da er dann fast zwei Stunden nach Sonnenuntergang sich langsam verabschiedet. Genug Zeit also, den flinken Planeten zu entdecken. Er steht dann im Sternbild Stier, zwischen den beiden Sternhaufen der Hyaden und der Pleyaden, dem so genannten "Goldenen Tor der Ekliptik". Ein äußerst seltener Anblick.

Wer länger beobachten möchte, der kann auch bis nach Mitternacht wach bleiben und im Osten den Ringplaneten Saturn aufgehen sehen. Seine Ringe und seine größten Monde sind ein schöner Anblick im Teleskop. Es gibt also einiges zu sehen am Nachthimmel.

Mehr Beobachtungstipps können Sie auf meinem Blog, blog.astronomieschule.de nachlesen. Ich wünsche Ihnen eine gute Beobachtung und wie man unter Amateurastronomen sagt: "clear skies", also immer klaren Himmel.

Ihr Sternzeit-Blogger Oliver Debus

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