Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Sternzeit

Von Der Mars kommt uns ganz nah. Mit dem Teleskop reist man ganz einfach hin...
Wunderschön und voller Rätsel: Der Mars. (Foto: dpa) Wunderschön und voller Rätsel: Der Mars. (Foto: dpa)
Wie schnell die Zeit vergeht. Es ist tatsächlich schon zehn Jahre her, dass unser roter Nachbar, der Mars, unserer Erde ganz nahe stand. Gerade mal 55 Millionen und 760 tausend Kilometer lagen zwischen Mars und Erde Ende August 2003. Der Planet stand uns damals so nah wie seit 60.000 Jahren nicht mehr. Am Abendhimmel strahlte der Planet sehr hell, heller als mancher Stern. Dabei stand der Mars von der Sonne aus gesehen hinter der Erde. Opposition nennt der Astronom diese Planetenstellung, da von der Erde aus gesehen der Planet der Sonne gegenüber steht und dann die ganze Nacht über zu sehen ist.

Im April 2014 steht der Mars wieder in Opposition zur Sonne und ist dann wieder sehr hell im Sternbild Jungfrau zu sehen. Allerdings wird er dann bei Weitem nicht so nahe sein wie im August 2003, als er im Sternbild Wassermann am Sommerhimmel in östlicher Richtung hell am Himmel stand. Daher wird er 2014 längst nicht so hell sein, da er uns nicht mehr so nahe kommt.

Das kann man auch im Teleskop sehen. Das Planetenscheibchen ist dann erheblich größer und es sind einige Oberflächendetails zu erkennen. Die Polkappen und im Äquatorbereich mögliche dunkle Regionen, die meist Staubstürme darstellen. Das war 2003 schon ein besonderer Anblick im Teleskop. Das kleine Planetenscheibchen flimmert rötlich im Teleskop. Oben und unten glitzern weißlich die Polkappen. Faszinierend.
Diese besonders geringe Entfernung zwischen Erde und Mars habe nicht nur ich damals zum Beobachten und Bestaunen des roten Planeten genutzt. Viele Sternfreunde kamen zum ersten Astronomietag in die Sternwarten in ganz Deutschland. Einige hundert waren es auch in Bad Homburg.

Neben den Sternfreunden in ganz Deutschland nutzten die Gelegenheit auch die Forscher der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Am 2. Juni 2003 schickte die ESA die Forschungssonde Mars Express auf die Reise zum Mars, den sie gut ein halbes Jahr später erreichte. Weihnachten 2003 war besonders für Dr. Michael McKay vom Europäischen Raumkontrollzentrum ESOC in Darmstadt eine aufregende Zeit. McKay, damals Ground Segment Manager und Flight Operation Director für die Missionen Smart 1 und Mars Express und sein Team waren für den erfolgreichen Flug zum Mars verantwortlich. Besondere Herausforderung war der Einschuss der Sonde in die richtige Umlaufbahn um den Planeten. Das gelang den Spezialisten um den sympathischen Iren am ersten Weihnachtstag 2003. Seitdem umkreist Mars Express unseren Nachbarplaneten und erforscht ihn. Seine modernen Kameras lassen uns den Mars sehen, als wären wir vor Ort, und das schon im zehnten Jahr. Unermüdlich umkreist der Orbiter den Mars und arbeitet an einem detaillierten Atlas des Mars und das in 3D. Dabei hat der Mars Express seine ursprünglich geplante Missionszeit schon lange überdauert. Er wird uns sicher noch weitere aufregende Bilder von unserem roten Nachbarn senden.  

Dr. Michael McKay wird am 18. Dezember 2013 um 20 Uhr in Bad Homburg in seinem Vortrag „10 Jahre Mars Express“ über seine Arbeit an der Mars Express Mission berichten. Die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V. hat den Raumfahrtingenieur zu ihrem nächsten Themenabend in das Vereinshaus Dornholzhausen eingeladen. Lesen Sie mehr auf www.agorion.de.

Die Meinungen unserer Blogger sind Privatsache und spiegeln nicht die Haltung der FNP wieder. Diskutieren Sie mit unserem Blogger! Wenn Sie sich noch nicht registriert haben, können Sie das kostenlos nachholen: Klicken Sie dafür einfach unter dem Kommentarfeld am Seitenende auf den beige hinterlegten Reiter „Für nicht registrierte Nutzer“. Dort können Sie sich ganz unkompliziert mit einem Benutzernamen Ihrer Wahl, einem Passwort und Ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Anschließend erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, den Sie nur noch anklicken müssen – und schon können Sie kommentieren. Natürlich werden Ihre persönlichen Daten nur intern verwendet und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Unsere Blogger freuen sich auf Ihre Beiträge!
Zur Startseite Mehr aus Oliver Debus - Sternzeit

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse