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Sternzeit

Von Ich erinnere mich noch an mein erstes Mal. So aufregend war's danach nie wieder.
Die Teleskop-Sammlung von FNP-Blogger Oliver Debus ist über die Jahre gewachsen.  Fotos: Privat Bilder > Die Teleskop-Sammlung von FNP-Blogger Oliver Debus ist über die Jahre gewachsen. Fotos: Privat
Mal Hand aufs Herz, liebe Leserin und lieber Leser, erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Mal? Wissen Sie noch was Sie damals gedacht und gefühlt haben?

Ich erinnere mich noch sehr gut an mein erstes Mal. Ich war damals nervös, aufgeregt und voller Vorfreude. Natürlich wollte ich vorsichtig und mit Bedacht vorgehen, war aber auch etwas ungeduldig und wollte schnell zu einem schönen Erlebnis kommen. Mein erstes Mal ist nun schon bald 30 Jahre her. 30 Jahre, in dem wir durch dick und dünn gegangen sind und manches miteinander geteilt haben. Und ja, ich bin auch oft untreu gewesen und habe mit anderen auch meine Erfahrungen gemacht. Und doch, es war nie mehr so spannend wie damals. Das Schöne ist, mir wurden meine Seitensprünge verziehen und wir sind mittlerweile eine große und glückliche Familie.

Okay, bevor jetzt die Gerüchte ins Kraut schießen, sollte ich wohl für Aufklärung sorgen, wovon ich da erzähle. Nein, keine Frauengeschichten, wie Sie jetzt vielleicht gedacht haben. Es geht um das erste Mal mit meinem ersten eigenen Teleskop. Das bekam ich im März 1984 und ich war wirklich total aufgeregt. Es war für die damalige Zeit ein gutes Amateurteleskop. Ein katadioptrischer Newtonspiegel mit 114mm Spiegeldurchmesser und 1000mm Brennweite von Eschenbach Optik, das auf den Namen Galaxis 2006 hörte.
 
Da ich damals schon deutlich mehr wollte, kam es auf einer äquatorialen oder deutschen Montierung daher. Dazu gab es dann noch einen Schrittmotor für die Nachführung in der Rektaszension und ein Fotoadapter. Nachdem ich das Schätzchen mit meinem Vater zusammen von einem Bad Homburger Optiker am Kurhaus abgeholt hatte, wurde es vorsichtig ausgepackt und aufgebaut. Natürlich wollte ich es gleich ausprobieren und fieberte dem ersten Mal oder „first light“, wie der Astronom sagt, entgegen. Ich freute mich schon darauf, am Wochenende den Himmel zu beobachten. Ein Blick in das Kosmos-Himmelsjahr von 1984 verriet mir, welche Objekte am Himmel stehen würden.
 
Mit dem kurz vor Vollmond stehenden Mond wollte ich anfangen. Da konnte ich dann gleich den Mondfilter, die drei Okulare und die Barlowlinse testen. Doch erstmal war warten auf die Nacht angesagt. Kein Problem, wird eben schon mal am Tag spazieren geschaut. Dann endlich kam der Abend. Im Osten hatte es der Mond bald über die Tannen im elterlichen Garten geschafft und war das erste Objekt, das sein Licht auf das neue Teleskop ausschüttete. Es war ein wirklich fantastischer Anblick damals. Ein Traum. Ebenfalls traumhaft war der weitere Spaziergang durch die winterlichen Sternbilder Stier, Orion, Großer und Kleiner Hund, Einhorn, Zwillinge und Fuhrmann. Der Orionnebel war eindrucksvoll zu betrachten, genauso wie das Siebengestirn im Stier und die Sternhaufen h und chi im Perseus.

In den nun bald 30 Jahre sind weitere Teleskope bei mir eingezogen. Darunter sind auch größere, wie mein 12-Zoll Dobson Teleskop mit 30cm Spiegeldurchmesser und 1500mm Brennweite oder meine beiden 6-Zoll Refraktoren mit 152mm Linsendurchmesser und 760mm und 1200mm Brennweite, sowie Goto-Steuerung. Bei diesen Teleskopen war ich auch immer sehr aufgeregt und fieberte dem „first light“ entgegen. Es waren immer wieder besondere Erlebnisse. Jedes dieser Teleskope hat seinen ganzen eigenen Charakter und Charme und mit jedem wird der Blick an den Himmel zu einem aufregenden Erlebnis mit unvergesslichen Stunden. Aber bei keinem war es mehr so besonders wie bei meinem ersten Teleskop, das mir trotz seines betagten Alters auch heute noch besondere Stunden schenkt. Es bleibt mein kleines, geliebtes Schätzchen.

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