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Unser heutiges Leben ist ohne Internet kaum vorstellbar. Aber geht da nicht noch mehr? Foto: Archiv Unser heutiges Leben ist ohne Internet kaum vorstellbar. Aber geht da nicht noch mehr? Foto: Archiv
Es ist faszinierend, eine technologische Entwicklung mitzuerleben, die unsere Welt so dermaßen verändert hat wie die Entwicklung des World Wide Web, des Internets. Vor 25 Jahren, im März 1989, begann die Erfolgsgeschichte des weltweiten Internets. Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern. In den 80er Jahre bekam ich meinen ersten kleinen Rechner, auf dem ich Basicprogramme schrieb. Dann kam der berühmte Commodore 64. Im Freundeskreis wurden Programme getauscht und wir trafen uns oft zu gemeinsamen Spielesessions. Schon damals gab es spezielle Modems, mit denen Daten über die Telefonleitung übertragen werden konnten. Die Idee zur Vernetzung von Computern reifte schon in den 60er Jahren und wurde unter anderem in Science Fiction Serien wie Star Trek aufgegriffen.


Während meines Physikstudium lernte ich die Anfänge des Internets kennen. Mit E-Mail konnte man mit anderen Wissenschaftlern Informationen und Daten austauschen und auch auf Daten zugreifen. Damals begann ich auch, Texte in HTML zu schreiben und Webseiten zu bauen. Das war noch sehr aufwendig, kompliziert und Zeitraubend. Heute hat man mit den Content-Managment-Systemen wie Wordpress oder Joomla sehr schnell eine Webseite erstellt, die neben Text, Links und Bildern auch Animationen und Videos enthalten können.


Was war das damals für eine Arbeit! Zumal man bei Bildern noch auf die Dateigröße achten musste, da die Übertragungsraten noch dem Tempo einer Schnecke glich. In den 25 Jahren hat sich wirklich wahnsinnig viel verändert. Die Übertragungsraten, die Darstellungen, dass man nicht mehr direkt am Telefonanschluss sitzen muss, sondern über WLAN überall zu Hause Internet nutzen kann. Und auch die Computer haben sich unglaublich entwickelt. Dinge wie das Armsprechgerät ASG aus Raumpatrouille Orion, oder der tragbare mit Touchscreen ausgerüstete Computer aus Star Trek Next Generationen sind längst Realität und man möchte sie nicht mehr missen. Mein Smartphone kann ich sogar, in begrenzten Maße, zu einem Tricorder mutieren lassen.
 
Das Internet ist schon eine faszinierende Sache. Blitzschnell können wir uns Daten und Bilder, zum Beispiel von der NASA, der ESA oder der Europäischen Südsternwarte ESO, herunterladen. In Foren kann man sich mit Bekannten austauschen und Bilder zusenden. In sozialen Netzwerken kann man alte Bekannte treffen oder Neue kennenlernen. Am spannendsten finde ich, dass man Ereignisse, die am anderen Ende der Welt stattfinden, live mitverfolgen kann. Sei es ein Raketenstart in Kourou oder in Baikonur oder die Landung einer Sonde auf einem anderen Planeten oder gar ein astronomischen Großereignis wie eine Sonnenfinsternis. Die totale Sonnenfinsternis im November 2012 über Australien habe ich zu Hause am Rechner verfolgt. Ebenso die Katastrophe des Space Shuttles Columbia am 1. Februar 2003, die beim Landeanflug über Texas zerbrach und die sieben Astronauten in den Tot riss.
 
Für mich ist das Internet eines der aufregendsten Technologien, die die Menschheit bisher entwickelt hat, und sie hat unser aller Leben bemerkenswert verändert. Wir kommen leichter und zeitnah an Daten und Informationen und können weltweit mit Menschen in Kontakt kommen. Aber es gibt auch Schattenseiten.
 
Der NSA-Skandal hat es wiedermal ans Tageslicht gebracht, wie sehr wir gerade im Internet auf unsere Daten achten müssen und wie gefährlich unachtsam wir uns verhalten. Zudem gilt es noch mehr zu beachten. Dadurch dass das Erstellen von Webseiten heute derart einfach ist, hat sich das Internet leider zu einem hervorragenden Medium zur Verbreitung von Verschwörungstheorien und allem möglichem pseudowissenschaftlichen Unsinn entwickelt. Ich erlebe es leider immer wieder, dass Inhalte und Aussagen äußerst suspekter Seiten unreflektiert weiter verbreitet werden. Gerade bei Verschwörungstheorien ist eine Verstrickung mit nationalsozialistischen Gedankengut zu beobachten, dass sich damit gerade über das Internet weiter verbreiten kann. Das müssen wir aufmerksam betrachten.
 
Auch wenn es Schattenseiten gibt, bleibt für mich das Internet eines der wichtigsten Errungenschaften der Menschheit und ich bin gespannt was uns da noch erwartet. Vielleicht gibt es irgendwann ja ein Galactic Wide Web?
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