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Sternzeit-Blog

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Pyroklastischer Ausbruch mit gewaltiger Aschewolke des Vulkans Shiveluch, Kamtschatka. Klicken Sie sich durch die fantastischen Bilder des Abenteurers. Alle Bilder: Adrian Rohnfelder Bilder > Pyroklastischer Ausbruch mit gewaltiger Aschewolke des Vulkans Shiveluch, Kamtschatka. Klicken Sie sich durch die fantastischen Bilder des Abenteurers. Alle Bilder: Adrian Rohnfelder
Als Astronom entdecke ich immer wieder Faszinierendes und Schönes am Sternhimmel. Das sich auch der Blick lohnt, lerne ich immer wieder durch die Europäische Raumfahrtorganisation ESA und ihre Missionen zur Erdbeobachtung, wie der am 3. April 2014 von Kourou aus gestarteten Mission Sentinel 1.

Einen sehr viel intensiveren Blick auf die heißesten Orte unseres Planeten gewährte mir und beinahe 60 weiteren Zuhören am vergangenen Themenabend der AG Orion Bad Homburg der Fotograf und Abenteuerreisende Adrian Rohnfelder in seinem Reisebericht über seine Expedition nach Kamtschatka. „Feuer und Eis - Sommer in Kamtschatka“, war der Titel des Abends, und es sollte wahrlich heiß und kalt werden. Der Blick in den Atlas verrät schon einiges. Kamtschatka liegt weit im Osten Russland, an der Küste des asiatischen Teils diese riesigen Landes zum Beering Meer, dem nördliche Teil des Pazifiks. Die Halbinsel Kamtschatka liegt etwa auf der gleichen nördlichen Breite wie Dänemark und Südskandinavien.
 
Das besondere ist, dass die Halbinsel entlang der Linie liegt, an der sich die asiatische Kontinentalplatte über die pazifische Platte schiebt. Dadurch gibt es dort nicht nur hohe Berge, sondern auch einige aktive Vulkane. Und genau dorthin zieht es den Fotografen Rohnfelder immer wieder und er bringt von seinen Reisen fantastische Aufnahmen mit. Eindrucksvoll ist die durch den Vulkanismus geprägte Landschaft, die aussieht als stünde man auf dem Mond. Und damit ist auch die Verbindung zum Universum geknüpft. Spuren geologischer Aktivität und Vulkanismus findet man auch auf den anderen Himmelskörpern unseren Sonnensystems. So findet sich auf dem Mars mit Olympus Mons der gewaltigste erloschene Vulkan. Auf dem Jupitermond Io kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Vulkanen und auch auf einigen Monden der anderen Gasplaneten, besonders des Saturn und den Neptun findet man Vulkane und Geysire.
 
Doch zurück zu Kamtschatka. Mehrere Tage lang wanderte Rohnfelder und seine Begleiter durch die unberührte und lebensfeindlich aussehende Wildnis der Halbinsel. Das sie nicht gänzlich alleine waren, bewies er mit Aufnahmen von Fußspuren von dort lebenden Braunbären, ja sogar einer lies sich mal blicken, oder den Spuren anderer Vulkanauten. Die Sommer im Kamtschatka sind nicht nur kurz, weiß Adrian Rohnfelder zu berichten, sondern auch sehr gewöhnungsbedürftig. Dort kann es schon vorkommen, dass man morgens aus der Berghütte tritt und bei eisigen Temperaturen im Schnee steht. Oftmals sind die Berge auch im dichten Nebel oder Wolkengestöber verschwunden. Wie passend war, dass die Bilder von Wolken verhangenden Bergen und dem eingespielten „Misty Mountains“ aus dem Film „Der Hobbit - eine unerwartete Reise“, gesungen von Richard Armitage, der in dem Film den Zwerg Thorin Eichenschild spielte. Gänsehaut pur.
 
Tagelang ging es zu Fuß durch Schnee, längst erkaltete Lavafelder, bis dann endlich das Ziel der Reise, der einsame Berg, nein, der Vulkan Tolbachik erreicht war. Dieser verhüllte sich natürlich auch erstmal in Wolken. Aber zumindest die „Fußbodenheizung“ verriet, dass das Ziel erreicht war. Dann zeigte die Natur des Vulkans ihre faszinierende Schönheit und zerstörerische Kraft. Es brodelte und gluckerte, war heiß und gefährlich. Und irgendwie erwartete ich im nächsten Bild den Hobbit Frodo, wie er den einen Ring dem Feuer des Schicksalberges übergeben will. Es war aber dann doch der Referent Rohnfelder, wie er seine Kamera über den Vulkanschlot hielt und Bilder von der brodelnden und spuckenden Lavaglut machte. Heißer als im Backofen sei es, so verriet er. Gut nur, dass er nicht, wie einst Gollum, in den Vulkan stürzte, sondern heil Heim kehrte und uns unglaublich schöne Bilder und seine unglaublichen Eindrücke von seiner Reise an den Höllenschlund der Erde mitbrachte.

Wer selber mal diesen spannenden Reisebericht von Adrian Rohnfelder besuchen möchte oder einige seiner fantastisch schönen Bilder sehen möchte, dem empfehle ich, die Webseite den Fotografen zu besuchen: www.adri.de. Dort gibt es auch einige Videos von den heißesten Orten der Welt zu sehen.
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