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Sternzeit-Blog

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Sicher kennen Sie das alle, liebe Leserinnen und Leser. Sie haben so ihre ganz eigenen Vorstellungen, zum Beispiel vom perfekten Partner oder von der perfekten Partnerin. Humorvoll, einfühlsam, intelligent, attraktiv, gebildet und wortgewandt sollte er oder sie sein, zuverlässig, weltoffen, tolerant, liebevoll, und, und, und ... Die Liste könnte man sicher lange fortführen. Doch so sehr wir uns auch bemühen, diesen perfekten Partner zu finden, müssen wir uns eingestehen, dass es den perfekten Traumpartner nicht gibt. Im Grunde gehen wir bei der Partnerwahl immer einen Kompromiss ein und nur wenn wir wirklich Glück haben, hält das ein Leben lang. Ihrem Partner geht es im Grunde genauso. Denken Sie jetzt nur nicht, dass sie dessen perfekter Traumpartner sind. Sie stellen auch nur eine Kompromisslösung dar.
 
Ganz so ähnlich geht es dem Amateurastronomen bei der Teleskopwahl. Mit dem einzigen Unterschied, dass das Teleskop nicht so wählerisch ist. Es gibt sich mit jedem Astronomen zufrieden. Hauptsache es wird liebevolle vom Amateur behandelt, sonst kann es auch mal zockig sein. Die Vorstellungen was so ein Teleskop können müsse und wie es sein soll, machen es dem Teleskopen aber auch nicht gerade leicht. Einen möglichst großen Objektivdurchmesser soll es haben, damit möglichst viel Licht reinfällt und wir noch die schwächsten Sterne und Galaxien sichten können. Wir wollen natürlich auch möglichst viele Details erkennen, also eine hohe Auflösung haben.
 
Die Brennweite des Teleskops möchten wir auch angemessen groß haben. Kompakt und leicht soll es sein, damit wir es beinahe überall hin nehmen können, dabei soll es auf stabilen Beinen stehen und schnell einsatzbereit sein. Und natürlich möchte der ein oder andere mit dem Gerät auch noch fotografieren, dass heißt unser Teleskop muss automatisch nachführen, braucht also Motoren und wenn die schon da sind, wäre eine GoTo-Steuerung ganz schön, so müssen wir nicht mehr die Himmelsobjekte lange suchen. Der Anwendungsbereich stellt auch so einige Anforderungen, denn wir wollen ja nicht nur irgendwelche kleinen Lichtpünktchen im Teleskop erblicken. Nein, die Planeten und Mond sollen groß dargestellt werden, denn wir wollen die Ringe des Saturn, die Atmosphärenstreifen und den großen roten Fleck auf dem Jupiter, die Polkappen des Mars oder die Krater und Rillen auf dem Mond deutlich sehen.

Die Gespielinnen des Göttervaters blinken am Himmel

Europa, Ganymed und Kallisto ganz nah nebeneinander - diesen spektakulären Anblick dreier Jupitermonde bietet der Sternenhimmel im Oktober. Rund zwei Stunden kürzer zeigt sich ein ganz besonderer Stern: unsere Sonne.

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Damit nicht genug, wollen wir aber auch die großflächigen Gasnebel oder Sternhaufen in ihrer Gänze bewundern. Und dass alles mit einem Teleskop, dass unseren Geldbeutel nicht sonderlich strapaziert. Sie ahnen es vielleicht schon, liebe Leserin und lieber Leser, nein, solch ein Traumteleskop, das all das kann, gibt es nicht. Wir müssen da schon Abstriche machen und Kompromisse eingehen. Wir können uns auf einige Anforderungen beschränken. Ein lichtstarkes, leichtes und schnell einsatzbereites Teleskop könnte ein Dobson sein, wenn ich denn die Geduld aufbringe und die Himmelsobjekte über Sternkarte oder Himmelsatlas selber suchen will, also Starhopping betreibe. Ein Dobson ist ein sehr einfach montiertes Newtonspiegelteleskop ohne großen Schnickschnack. Eine große Öffnung, zum Beispiel 12 Zoll oder 30 Zentimeter, verspricht einen tollen Beobachtungsspaß, da in dem Gerät lichtschwache Nebel oder Galaxien von Himmel zu purzeln scheinen. Auch Planeten und deren Monde kann man sehr schön beobachten.


Soll es doch ein motorisiertes Gerät mit GoTo sein, aber bitte klein und kompakt und nicht zu teuer, dann fällt meine Wahl auf das kleine 4 Zoll Maksutov-Cassegrain-Spiegelteleskop. Da bleibt das Beobachtungsobjekt lange im Blickfeld. Für die Astrofotografie kommen dann meine beiden 6 Zoll Linsenteleskope auf der äquatorialen Montierung und robustem Stativ zum Einsatz. Der Langbrennweitige ist für Mond, Planeten und alle Himmelskörper mit geringer Ausdehnung, der Kurze für großflächige, aber lichtschwache Gas- und Staubnebel, Sternhaufen und Galaxien. Oftmals greife ich auch noch zum Fernglas und schaue damit am Himmel spazieren.

Egal zu welchem Teleskop Sie nun greifen wollen, jedes Teleskop findet seinen Himmel.

Sollten Sie Fragen zu Teleskopen haben oder mal dabei sein wollen, wenn ich mit meinen Geräten beobachten gehen, zögern Sie nicht, mich einfach anzusprechen.         
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