Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Sternzeit-Blog

Immer wieder geschehen wundersame Dinge in unserem Alltag. Unbekannte Kräfte? Wie man’s nimmt…
Wir leben heute in einer Welt, in der wir viele Dinge, die uns als Wunder erscheinen, mit unserem naturwissenschaftlichen Wissen erklären können. Dass ich auf der Computertastatur einen Text schreiben kann und er sofort auf dem Computerbildschirm erscheint, ich ihn auf Festplatte speichern und den Text dann per E-Mail verschicken kann und Sie ihn schließlich nahezu überall lesen können, ist ein Wunder, dass durch die Quantenmechanik erklärbar wird.
 
Die Physik und die anderen Naturwissenschaften helfen uns, die Welt um uns herum zu verstehen und die Technik, die uns den Alltag erleichtern soll, zu begreifen. Womit dann auch mal die Frage beantwortet wäre, die vor allem gerne von eher scientophoben Schülern gestellt wird: Wozu man Physik, Chemie, Bio und Mathematik in der Schule lernen müsse. Wer in diesen Fächern in der Schule pennt, wird in der modernen Welt nicht zurecht kommen. Und es ist einfach cool, wenn man die Dinge versteht und genial erklären kann.


Doch Vorsicht, manche Alltagsdinge haben eine ganz andere Ursache als man glauben mag. Das habe ich schon am selbst erlebt.
So ereignete sich bei meiner letzten Einkaufsfahrt in einem Friedrichsdorfer Supermarkt etwas recht Seltsames, das ich aber mit der Physik gut erklären konnte. Sicher haben Sie das auch schon mal erlebt.

Ich bin wie immer mit dem Einkaufswagen durch den Markt gegangen. Der Wagen war mit verschiedenen Dingen wie Konserven, Obst und Gemüse, Kartoffelprodukten etc. gefüllt. In der Fleischabteilung fiel mir aber auf, dass ich noch Reis kaufen wollte. Nun wollte ich, aus Gründen der Energieeffizienz - andere würden hier jetzt, was mir völlig unbegreiflich ist, von Faulheit sprechen - den Einkaufswagen nicht wieder durch den ganzen Markt fahren. So ließ ich ihn an einem wohl definierten Ort stehen und eilte zum Reis. Doch oh Wunder: Wie ich wenig später wieder zurückkam, war der Einkaufswagen verschwunden.

Nun, das ist natürlich kein Grund für mich, jetzt kopf- und planlos durch den Markt zu rennen, nein hier hilft mir die Erfahrung aus zahlreichen Science-Fiction-Geschichten. Ja, auch aus der Science Fiction kann man viel Hilfreiches fürs Leben lernen. So fing ich an, in Spiralen laufend nach dem Einkaufswagen zu suchen. Für die anderen Marktbesucher, an denen ich mehrfach vorbeilief, mag das durchaus bescheuert ausgesehen haben. Aber durch diesen wohl definierten Suchalgorithmus gelang es mir, den Einkaufswagen in der Tiefkühlabteilung zu finden. Beim weiteren Weg in Richtung Kasse und später auf dem Nachhauseweg, rätselte ich über die Ursache des plötzlichen Verschwindens.

Ein sich temporär öffnendes Wurmloch schied von Vornherein als Erklärung aus, klingt doch mehr nach SciFi. Die einzig logische Erklärung lieferte dann die nach dem deutschen Physiker Werner Heisenberg benannte Heisenbergsche Unschärferelation. Jeder Quantenphysiker kennt sie. Die Unschärferelation sagt, dass man nie zwei Eigenschaften eines Teilchens gleichzeitig beliebig genau bestimmen kann. Auf den Einkaufswagen angewandt bedeutet dies: Wenn ich den Ort genau bestimme, dann kann ich nichts über seinen Impuls bzw. seine Geschwindigkeit sagen. Wenn ich aber sage, dass der Einkaufswagen ruht, also steht, so kann ich seinen Ort nicht genau bestimmen. Und damit haben wir eine wunderschöne Erklärung dafür, dass der Einkaufswagen fort war, ja sogar fort sein musste. Er gehorchte einfach nur der Physik.

Zugegeben, das mag in ihren Augen jetzt irgendwie abgefahren klingen, vielleicht sogar ein wenig verrückt. Sicher wollen Sie jetzt gerne einwenden, das gelte doch nur im Mikrokosmos, in der Welt der Atome, Elektronen und Quanten. Aber mal Hand aufs Herz, solch eine schöne Erklärung für diese alltägliche Erfahrung haben Sie noch nicht gehört.     
 
Wenn also Ihr Einkaufswagen das nächste Mal im Supermarkt scheinbar verschwunden ist, so liegt das an der Heisenbergschen Unschärferelation und nicht etwa daran, dass ein anderer Kunde ihren Wagen fälschlicher Weise für den Seinen hielt.               
 
 
Zur Startseite Mehr aus Oliver Debus - Sternzeit

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse