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Neulich im Supermarkt

Von Verbraucher bekommen nicht, was sie wollen. Denn auf den Packungen erfahren sie nicht, was genau sie kaufen.
Wenn es um Angaben auf Verpackungen von Lebensmitteln geht, werden die Hersteller oft unglaublich kreativ. Auch mit viel Fantasie lässt sich oft nicht entschlüsseln, was ein Lebensmittel so alles enthält. Und ob etwas Ungesundes enthalten ist. Oder die Schrift ist so klein, dass sich erst gar nichts entziffern lässt. Auch wenn solche Schriftgrößen meist legal sind. Der Gesetzgeber folgt hier viel zu oft den Forderungen der Hersteller.


Ganz offiziell hat die Verbraucherschutz-Organisation „Foodwatch“ einmal direkt den Kunden befragen lassen. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid ermittelte im Monat August bei mehr als 1000 Befragten: 74 Prozent halten es für schwierig, die Qualität von Lebensmitteln anhand der Angaben auf der Verpackung richtig zu beurteilen. 69 Prozent wünschen sich „mehr Informationen“ über die Produkte direkt auf den Etiketten. Rund 9 von 10 Bundesbürger halten eine Angabe zur Herkunft der wichtigsten Zutaten für notwendig  – eine solche Kennzeichnung fehlt bislang auf den meisten Lebensmitteln, da sie nicht vorgeschrieben ist.


Die wichtigsten Aussagen der Untersuchung sind:
•       89 Prozent der Befragten wünschen sich Angaben über alle verwendeten Zutaten eines Lebensmittels, 88 Prozent zur Herkunft. 78 Prozent wollen etwas über die verwendeten Tierbestandteile eines Produktes wissen, und 76 wünschen sich Angaben über Agrargentechnik bei der Produktion.
•       Nur 36 Prozent vertrauen den Angaben der Hersteller zu Qualität und Beschaffenheit von Lebensmitteln. Die Angaben von Lebensmittel-Kontrolleuren und Verbraucher-Organisationen stehen deutlich höher im Kurs: 76 Prozent der Befragten vertrauen ihnen.
•       82 Prozent der Verbraucher ärgert es, dass Hersteller ein Gesundheitsversprechen abgeben dürfen, wenn ihre Produkte Mineralstoffe oder Vitamine enthalten.
•       6 von 10 Befragten (62 Prozent) sprechen sich für einen vorsorglichen Verzicht auf Zusatzstoffe aus – selbst wenn bislang kein eindeutiger Beweis für ein gesundheitliches Risiko erbracht ist.
•       Noch klarer ist das Votum beim Hinweis „ohne Zusatzstoff Geschmacksverstärker“: 82 Prozent halten diesen für „irreführend“, wenn gleichzeitig die geschmacksverstärkende Zutat Hefeextrakt enthalten ist.
•       Die Nährwertangaben auf Lebensmittel-Verpackungen verstehen nur vier von zehn Verbraucher, selbst wenn dieses System schon seit Jahren verwendet wird.
•       Wenn Fruchtaromen zum Beispiel aus Baumwurzeln oder mit Hilfe von Pilzkulturen im Labor gewonnen werden, dürfen sie als „natürliches Aroma“ deklariert werden. 69 Prozent der Verbraucher sind mit einer solchen Kennzeichnung einverstanden.
•       Zum Schluss noch ein Klassiker: 75 Prozent der Befragten ärgert es, wenn sie ein Produkt kaufen, dessen Verpackung deutlich mehr Inhalt verspricht, als tatsächlich vorhanden ist.

Die Lebensmittel-Hersteller haben mit viel Aufwand herausfinden lassen, was ein Produkt für den Verkauf attraktiv macht – süß, bunt und schick muss es häufig sein.

Letztlich jedoch bestätigen solche Umfragen wie jene von „Foodwatch“, dass Verbraucher nicht das bekommen, was sie wollen.
 
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