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Neulich im Supermarkt

Von Igitt, Wurstfinger! Fleischtheken sind reinste Bakterienschleudern. Dumm nur, dass Hygiene-Handschuhe es noch schlimmer machen.
Wieder mal so ein Tag im Supermarkt, bei dem ich mich gleich am Eingang schon ärgern könnte. Papierabfälle und Dreck in den Ecken. Wer will in einem solchen Umfeld gerne einkaufen? Ich unterdrücke meine schlechte Laune und trabe an den Bäckertresen im Eingangsbereich. „Sechs gemischte Brötchen, bitte.“ Die Verkäuferin kratzt sich kurz an der Wange, hebt dann zwei Kisten hoch, greift ein paar Brötchen heraus und hält sie mir hin? „Von denen da?“

Sehr hygienisch, denke ich, zumal ich ja nicht weiß, ob die Dame dieselben Brötchen nicht schon mehrfach angefasst hat. Ein Greifwerkzeug oder Handschuhe zum Einpacken oder Anfassen der Backwaren kann ich nirgends entdecken. Da muss ich mich doch schon wieder ärgern. Und dieser Ärger steigert sich, als die Dame mit denselben ungewaschenen Fingern die Tastatur ihrer Kasse bedient, um anschließend Brötchen für Brötchen einzupacken.

Das bestimmt nicht saubere Münzgeld nimmt die Verkäuferin dann auch noch entgegen. Wie oft an diesem Tag eigentlich schon?  Egal, wird sie sich denken, es muss schnell gehen. Da stören Handschuhe oder Greifwerkzeuge nur. Mag sein. Ist aber partout nicht hygienisch.

Ich greife mir die Brötchentüte, um weiter in den Verkaufsbereich zu gehen, stolpere dabei aber fast über einen Mülleimer, der beinahe überquillt. Obendrein ist der Geruch daraus wahrlich nicht appetitlich. Trotzdem ­– weitergehen. Bis zur Wursttheke. Neulich hat mich dort ein Mitarbeiter super bedient, alles war frisch, und die Ware hat er mit einem besonderen Plastikgreifer angefasst. Das sah zumindest hygienisch aus.

Diesmal bedient mich eine Frau, und sie schneidet gleich eine neue Packung Schinken auf. Ohne Handschuhe. Auch die Schinkenscheiben legt sie mit der Hand aufs Verpackungspapier. Kein Greifer, keine Handschuhe. Sollte das nicht so sein?
Nein, sollte es nicht, sagt das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA). Das Institut hat mit einem Projekt herausgefunden, dass sich auf einem sogenannten Hygiene-Handschuh sogar mehr Bakterien befinden können als auf der nackten Hand. Die Handschuhe müssten schon nach jedem Kontakt mit der Ware gewechselt werden, wenn kein Risiko eingegangen werden soll.

Häufig die Hände zu waschen, sei das beste Rezept. Finger weg von Handschuhen, sagt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Gabeln, Messer oder andere Greifwerkzeuge seien besser geeignet. Oder eben die Hand. Aber bitte regelmäßig waschen. Sonst nennt man so was Wurstfinger.
 
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