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Neulich im Supermarkt

Von Mürrisches Personal verdirbt Kunden die Laune. Und umgekehrt. Es gibt es einen einfachen Weg aus dem Stimmungstief…
Missgelaunte Kassierer, mürrisches Personal an der Fleischtheke, barsche Marktleiter an der Infotheke, und, und, und. Wie oft haben wir uns schon geärgert bei unserem Einkauf im Supermarkt, wie oft schon geschworen, dass dies garantiert das letzte Mal war. Um dann festzustellen, dass es anderswo auch nicht immer viel besser ist.

Warum kann es hierzulande nicht sein wie in den USA, wo das Personal seinen Kunden quasi die Füße leckt, sich überschlägt vor Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Hilfsbereitschaft? Freundliches Lächeln allerorten, und an der Kasse wartet nur eine Horde Helfer darauf, meine Einkäufe in Papiertüten zu packen und an mein Auto zu tragen.

In Deutschland sind wir in den vergangenen Jahren zwar bei den Öffnungszeiten ein großes Stück vorangekommen. So haben zahlreiche Supermärkte selbst an Samstagen recht lange geöffnet, und niemand muss mehr fürchten, übers Wochenende oder an einem Feiertag zu verhungern. Was jedoch den Service angeht, so krabbeln wir oft genug immer noch durch die vielbeschworene Wüste. Freundlichkeit und Zuvorkommenheit sind noch immer nicht überall selbstverständlich. Online-Einkauf und Lieferung  bis an die Haustür sind längst noch nicht überall möglich, schon gar nicht immer an ein und demselben Tag.

Wer mit mieser Stimmung im Supermarkt empfangen wird, der ist meist selbst nicht sonderlich gut aufgelegt. Meckern an der Fleischtheke, Vordrängeln an der Kasse oder bei der Flaschenrückgabe – das kennen wir doch alle. Entspannte Musik über die Marktlautsprecher garantiert eben noch lange keine gutgelaunte Kundschaft. Dafür muss mehr passieren.

Und hier sehe ich in erster Linie die Marktbetreiber gefordert. Denn wo beginnt die Missstimmung denn? Überlastete Mitarbeiter sind naturgemäß nicht positiv gestimmt und halten damit ab einem bestimmten Punkt auch nicht mehr hinterm Berg. Oder sie ziehen sich zurück, weil sich im Betrieb ja ohnehin nie etwas ändern wird.

Genau das muss jedoch passieren. Und hier möchte ich mal eine Lanze brechen für all die Frauen und Männer an den Kassen, im Infobereich und hinter den Frischetheken. Sie sind eben nicht so zahlreich aufgestellt, wie eben in den USA. Sie sind schlichtweg busy, fast pausenlos beschäftigt. Eben noch beim Einräumen der Waren, im nächsten Moment an der Kasse und kurz darauf am verstopften Pfandautomaten. Hierzulande wird am Personal gespart.

Weil der Kunde diese Kosten nicht übernehmen will, weil er preiswerte Ware dem Service vorzieht. Billig, billig, billig. Statt Service. Den weiß der US-amerikanische Kunde besser zu schätzen als der deutsche. Vielleicht macht ja irgendein Markt hierzulande mal den Anfang.  Zeigen, dass es anders geht. Dass Geiz  längst nicht immer geil ist.

Also muss sich auch etwas bei uns Kunden ändern. Wir müssen Service schätzen lernen. Und mehr noch: Das Markt-Personal nicht wie unsere Fußabtreter behandeln, selbst freundlich sein, nicht vordrängeln, Gemüse und Backwaren nicht mit Händen anfassen und an der Kasse einen respektvollen Abstand zum Vordermann einhalten. Uns ganz einfach anständig benehmen. Weil wir das auch vom Personal erwarten.
 
 
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