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Neulich im Supermarkt

Von Mögen Sie Klebefleisch? Sie können’s bald testen. Künftig steht auf der Packung, was wir essen. Vor allem Allergiker wird’s freuen.
Prima, die Europäische Union will uns vor schlechter Qualität und zweifelhaften Zusätzen bei Lebensmitteln schützen. Und deshalb tritt vom 13. Dezember an eine neue Kennzeichnungspflicht in Kraft. Danach sollen künftig alle Zutaten, die Allergien auslösen können, auf der Verpackung aufgelistet werden. Dies gilt auch für offen angebotene Produkte wie Backwaren oder Feinkostsalate. Bisher galt die Kennzeichnungspflicht nur für fertig verpackte Waren. Die Regelung gilt außerdem für Betreiber von Gemeinschaftsküchen in Krankenhäusern, Kantinen oder Restaurants.

Darüber hinaus müssen die Hersteller kenntlich machen, wenn ihre Lebensmittel künstliche oder minderwertige Ersatzstoffe enthalten. Bei sogenanntem „Klebefleisch“ etwa muss sich dann der Vermerk „aus Fleischstücken zusammengefügt“ befinden. Entsprechende Hinweise müssen unter anderem auch Waren tragen, in denen künstliches Vanillin anstelle echter Vanille oder Analogkäse statt echtem Käse verwendet wurden.

Diese Neuregelung gilt auch für den Internet-Handel mit Lebensmitteln. So müssen künftig sämtliche Informationen zu den verwendeten Inhaltsstoffen vor dem Online-Kauf zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören u.a. Zutatenliste, Verwendung allergieerregender Stoffe, Nettofüllmenge und Herstelleranschrift. Ausgenommen ist das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Ausgenommen von der Kennzeichnungspflicht hat die EU die „gelegentlichen“ Anbieter von Lebensmitteln. Gemeint ist damit etwa der private Kuchenverkauf auf Basaren, Schulfesten oder Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Aber: Einige Inhaltsstoffe, auf die manche überempfindlich reagieren, werden auf den Zutatenlisten auch künftig nicht hervorgehoben. Dazu gehören die Konservierungsstoffe Sorbinsäure oder Benzoesäure. Für das Gros der Allergiker wird es aber künftig übersichtlicher: Denn die 14 häufigsten allergen wirkenden Stoffe, darunter etwa Soja, Gluten und Nüsse, werden nun aufgelistet.

Zur Übersicht:


Schriftgröße: Bei Pflichtangaben wie den Zutaten müssen die gedruckten Buchstaben mindestens 1,2 Millimeter groß sein, bei kleineren Packungen mindestens 0,9 Millimeter groß.

Allergie-Kennzeichnung: Die 14 wichtigsten allergieauslösenden Stoffe müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden – etwa fettgedruckt. Bei loser Ware wie beim Bäcker können Kunden auch mündlich informiert werden. Eine schriftliche Dokumentation muss aber verfügbar sein.

Lebensmittel-Imitate: Wenn ein Ersatzstoff verwendet wird, muss er direkt neben dem Produktnamen genannt werden - zum Beispiel wenn Pflanzenfett statt Käse als Pizzabelag dient.

Pflanzliche Öle: Bei raffinierten pflanzlichen Ölen und Fetten muss der Ursprung genannt werden –  also nicht nur „Pflanzenfett“, sondern „Pflanzenfett (Kokos)“.

Fleisch und Fisch: Wenn ein Fleischprodukt etwa mit Enzymen aus kleinen Teilen zusammengeklebt wurde, muss aufs Etikett „aus Fleischstücken zusammengefügt“. Das gilt auch für Fischprodukte.

Falls Fleisch oder Fisch mit so viel Wasser aufgespritzt wurde, dass es mehr als fünf Prozent des Gewichts ausmacht, muss dies auf der Packung vermerkt sein. Das gilt nur für Fleisch- oder Fischstücke, die aussehen, als ob sie ein Teil eines Tierkörpers sind – also nicht für Wurst, Pastete oder Fischklöße.

Tiefkühlkost: Bei Fisch und Fleisch muss in einem Aufdruck „eingefroren am...“ das Datum genannt werden.

Nano: Produkte können zugesetzte winzige Nanopartikel enthalten, etwa um Stoffe besser löslich zu machen. Dann muss künftig hinter dem Inhaltsstoff das Wort „Nano“ aufgedruckt werden.

Internet: Bei online angebotenen verpackten Lebensmitteln müssen alle Pflichtangaben wie Zutaten, Allergieauslöser und Füllmenge vor dem Kauf-Klick einsehbar sein – das Mindesthaltbarkeitsdatum ausgenommen.
 
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