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Einkäufer: Neulich im Supermarkt

Von Das war eindeutig viel zu viel Wind für ein paar Scheiben Wurst...
Das haben Sie bestimmt doch auch schon mal erlebt: Sie kommen recht spät in den Supermarkt, aber 15 Minuten sind noch Zeit bis zum Feierabend. Erleichtert, das noch geschafft zu haben, führt Ihr Weg gleich an die Fleischtheke. Prima, dann gibt’s ja morgen noch etwas gekochten Schinken zum Frühstück, denken Sie sich vielleicht. Jedenfalls ging das mir so.

Die Dame an der Fleischtheke ist aufnahmebereit, schaut aber irgendwie ein wenig  grimmig. „150 Gramm gekochten Schinken, bitte fein geschnitten“, sage ich. Und ernte sofort ein barsches „Geht nicht“. Warum? will ich wissen. Und erneut wie aus der Pistole: „Die Maschine ist schon gereinigt.“ Welche Maschine, will ich wissen. Denn als Kunde muss ich mich ja nicht unbedingt in den Interna der Fleischtheke auskennen. „Die Schneidemaschine, gerade eben gereinigt für heute.“
Was nun beginnt, mögen viele Supermarktkunden längst kennen: ein Disput über Schlusszeiten und Feierabend. Meinem Hinweis, der Markt schließe ja erst in 15 Minuten, und da müsse noch Zeit sein für etwas geschnittenen Kochschinken, will die Verkäuferin nicht folgen. Nein, sonst komme sie ja gar nicht mehr in den Feierabend.

Was bleibt mir als Verbraucher da? Am längeren Hebel sitze ich letztlich schon, aber das würde ein Gespräch mit dem Marktleiter voraussetzen, der an diesem Abend sicher längst nicht mehr zu greifen ist. Bleibt also ein Etappensieg für die Fleischverkäuferin, deren Namen ich mir geben lassen könnte – aber das ist dann doch viel zu viel Wind für ein paar Scheiben Wurst. Solche Märkte meide ich künftig lieber.

Ganz anders ergeht es mir wenige Tage später in einem Frankfurter „tegut“ an der Friedberger Landstraße. Auch da ist es schon reichlich spät. Beim Herangehen an die Fleischtheke erkenne ich, dass die junge Verkäuferin dort ihre Schneidemaschine gerade putzt und eigentlich schon fertig ist. Der Feierabend liegt allerdings noch eine Stunde entfernt. Und trotzdem: Die junge Dame ist überaus freundlich und zuvorkommend. „Kein Problem“, meint sie lächelnd, und ob es noch etwas mehr sein dürfe. Mehr?

Ja, mehr Freundlichkeit wünschen wir uns in zahlreichen Supermärkten, denn für einige Mitarbeiter  gehört das nicht zum täglichen Repertoire. Allerdings auch nicht immer für manchen Kunden.
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