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Supermarkt-Blog

Von Versteckte Preiserhöhungen sind eine Unverschämtheit dem Kunden gegenüber.
Der Kunde muss schon sehr aufmerksam hinsehen, um versteckte Preiserhöhungen zu bemerken. (Foto: dpa) Der Kunde muss schon sehr aufmerksam hinsehen, um versteckte Preiserhöhungen zu bemerken. (Foto: dpa)
Peter Schmitt ist Chef vom Dienst der FNP, sowas wie das Mädchen für alles. Angst hat er deshalb nur vor wenigen Dingen. Aber der Gang durch den Supermarkt kann ihn schon mal stressen.

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Versteckte Preiserhöhungen sind aus meiner Sicht nichts Anderes als Abzocke. Füllmengen von 867 Gramm, Bier in der 0,4-Liter-Flasche oder Papiertaschentücher im 9er-Pack halte ich für Mogelpackungen. Solche Formate sollen fast immer nur verschleieren, dass der Hersteller das Produkt verteuert hat: Der Preis bleibt gleich, die Menge nimmt jedoch ab. Und zwar drastisch mitunter.
 
Wo zuvor 500 Gramm drin waren, fehlen plötzlich 70 oder 80 Gramm. Besonders raffiniert wird es sogar, wenn die neue 400-Gramm-Packung Weingummis etwas weniger kostet als das alte 500-Gramm-Gebinde. So kommt das beim Verbraucher vermeintlich wie ein Rabatt an. Dass er aber 100 Gramm weniger mitnimmt als bisher, merkt er oft erst zu Hause.
 
Die Hamburger Verbraucherzentrale hat dieser Tage ausgerechnet, dass sich Produkte auf diese Weise bis zu 25 Prozent verteuern. Eine gewöhnliche Preiserhöhung in dieser Größenordnung würde kaum ein Verbraucher akzeptieren. So aber kriegen wir's nicht mit, und genau deshalb wird's so gemacht. Die Hersteller manipulieren lieber bei der Menge, denn sie haben einen Horror davor, magische Preisschwellen wie 0,99 oder 1,99 zu überschreiten. Wir Verbraucher würden's sofort bemerken, weil wir über Jahrzehnte auf solche Preislimits konditioniert worden sind. Sozusagen der Pawlowsche Reflex für den Supermarktkunden.
 
Also, unbedingt aufpassen, wenn demnächst auf Ihrer Lieblings-Nuss-Nougatcreme ein "Jetzt mehr drin"-Aufkleber prangt. "Upsizing" nennen Marketingleute sowas. Bevor Sie sich als Verbraucher darüber freuen: Rechnen Sie doch erst einmal das Preis-Mengen-Verhältnis aus. Ist der Preis im Vergleich zur alten Verpackungsgröße überproportional gestiegen, ist klar, dass ich mich als Verbraucher wieder mal betrogen sehen muss. Und dann meide ich diesen Hersteller erst einmal.
 
So bleiben zwei Ratschläge – einerseits an den Verbraucher: Nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Menge achten. Und andererseits an die Produzenten: Ehrlich währt noch immer am längsten.

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