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Supermarkt-Blog

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Discounter oder Edelsupermarkt? Welche Läden es in bestimmten Regionen gibt, hängt vor allem von einer Frage ab. Foto: dpa Discounter oder Edelsupermarkt? Welche Läden es in bestimmten Regionen gibt, hängt vor allem von einer Frage ab. Foto: dpa
Peter Schmitt ist Chef vom Dienst der FNP, sowas wie das Mädchen für alles. Angst hat er deshalb nur vor wenigen Dingen. Aber der Gang durch den Supermarkt kann ihn schon mal stressen.

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Verkäufer, die einen im feinen Zwirn bedienen, Ruhezonen zum entspannten Stöbern im Warenangebot, ansprechend verpackte und exotische Lebensmittel und eine Vielzahl internationaler Fertiggerichte bis zum Abwinken. Dieser Trend zum nobleren und spezialisierten Lebensmittelmarkt für den gestressten und gutverdienenden Zeitgenossen kommt eigentlich aus England, macht sich aber so ganz langsam auch in Deutschland breit.
 
Wie wäre es mit feinen Filets frei lebender Büffel oder einer Auswahl schier unzähliger wilder Kaffeesorten? Alles nahezu serviert auf ansprechend gestalteten Sonderflächen. Da sieht es mal aus wie bei einer Hamburger Kaffeerösterei oder  als ob man sich mitten in der nordamerikanischen Prärie befindet. Wer bleibt da nicht gerne etwas länger?
 
Supermärkte lassen sich einiges einfallen, um ihren Umsatz zu verbessern. Und da heute ja alles irgendwie Eventcharakter haben muss, trifft’s  auch den Lebensmittelmarkt. Nobler muss er sein. Wer als Kunde dafür die nötige Knete hat, der fühlt sich nicht nur angesprochen, sondern gleich noch aufgewertet, wenn  der Nobel-Markt im eigenen Wohnviertel liegt. Ein und dieselbe Supermarktkette kann dabei durchaus ganz unterschiedliche Läden betreiben – hier mit Standardangebot, dort mit Exklusivware für die betuchtere Klientel.
 
Nach welchen Kriterien wird jedoch ein solcher Markt gebaut? 

Da ist zunächst die Kaufkraftkennziffer, ein errechneter Wert aus den Einkommens- und Steuerdaten, der angibt, wie viel Geld jeder zum Ausgeben hat. Alles, was über dem Bundesdurchschnitt von 100 Prozent liegt, wird interessant. In Deutschland liegt der Landkreis Starnberg an der Spitze, dicht gefolgt vom Hochtaunuskreis, wo sich der Index irgendwo bei 147 einpegelt. Hessen liegt bundesweit auf Rang vier, gepusht vor allem von der Rhein-Main-Region. Die regionalen Unterschiede können jedoch sehr groß sein.
 
Wichtig sind noch andere Faktoren, vor allem für den Handel: Wie zentral ein Standort liegt, wie gut er auch mit dem ÖPNV erreichbar ist, wie hoch die Einwohnerzahl und die Pro-Kopf-Ausgaben im Handel liegen. Immer häufiger interessiert auch der Bildungsgrad, der zum Beispiel Rückschlüsse darauf zulässt, ob Interesse für Bioware oder überhaupt für höherwertige Produkte besteht. Einige dieser Daten liefert die GfK, die Gesellschaft für Konsumforschung. Andere ermitteln gezielte Umfragen.
 
Aus solchen Werten errechnen Marketing-Experten das Umsatzpotenzial. So kann es dann geschehen, dass wir mitten in einem potenten und längst bestehenden Wohngebiet plötzlich einen Nobel-Supermarkt bekommen. Oder eben den üblichen Discounter um die Ecke. Hängt ganz davon ab …

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