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Supermarkt-Blog

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Frische Fleisch- und Wurstwaren werden gern in Folie verpackt. Doch es geht auch anders ... Foto: dpa Frische Fleisch- und Wurstwaren werden gern in Folie verpackt. Doch es geht auch anders ... Foto: dpa
Ach nee, nicht schon wieder ein Umweltthema? Was hat das denn mit dem Supermarkt zu tun? Eine ganze Menge hat es:  Jeder von uns kann beim Einkaufen etwas gegen die Riesenmengen an Plastik unternehmen, die unsere Flüsse und Meere versauen. Das Zeug landet nämlich wieder auf unserem Esstisch.  Als Fisch, der winzig zerriebene Plastikteile für Futter hält, Fisch, der wiederum vom größeren Fisch gefressen wird, der dann von uns verzehrt wird.  Und was an Giften alles im Plastik drin ist – Stichwort Krebsentstehung –  hier steht’s.
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Die Weichmacher gasen aus und entfalten beim Menschen eine hormonähnlicher Wirkung. Überall Kunststoffe, als Folie über dem Salat, den Champignons, dem Fleisch ... Was tun? Soll ich als Kunde jetzt auf all diese Produkte verzichten?

Das muss ich nicht. Nicht unbedingt. Es gibt längst Alternativen, zum Beispiel in England –  und den ersten plastikfreien Markt in Berlin. Auch hierzulande bieten gut sortierte Supermärkte – und vor allem Wochenmärkte – nicht alle Produkte ausnahmslos in Plastikverpackung  an, außerdem kann ich meine Verpackung selbst mitbringen: Metalldosen, Glasbehälter, Wachspapier, Karton und  Papier. Unhygienisch sind solche Materialien nicht, so lange sie sauber sind. Metall und Glas sind sogar mehrfach verwendbar. Milch gibt’s ohnehin auch im Glas, Reis, Mehl und Zucker im Papier, und Nudeln sind nicht durchweg in Plastik gewickelt. Praktisch ist Cellophan, denn das baut sich selbst wieder ab.
 
Ist ein solches Einkaufsverhalten nicht ein bisschen irre, schließlich wurde uns Plastik mal als Non-plus-Ultra der Hygiene verlauft? Keine Frage, eine solche Haltung erfordert logistisches Denken, Konsequenz und vor allem einen unerschütterlichen Glauben ans eigene Handeln. Aber auch Vegetarier haben mal klein angefangen. Und finden sich Nachahmer, werden die Supermärkte in ihrem Sinne reagieren. Letztlich setzen No-Plastic-Aktivisten aber darauf, dass die Hersteller sich bewegen, wenn sich ihre in Kunststoff verpackten Produkte schlechter verkaufen.

Bis sich im Großen etwas ändert,  werden uns die Verkäufer hinter der Fleischtheke jedoch schief anschauen, wenn sie unseren Schinken in die mitgebrachte Metalldose legen sollen (wie in diesem Fall).  Aber keine Hygienevorschrift zwingt uns dazu, das  vom Supermarkt angebotene Wurstpapier zu verwenden, das mit Kunststoff beschichtet ist.

Und noch einen großen Vorteil hat es, sich die Verpackung selbst mitzubringen: Ich kann die Menge an Bohnen, Reis oder Erdbeeren, die ich haben will, selbst bestimmen, muss mir von niemandem mehr bestimmte Verpackungsmengen vorschreiben lassen. Da vergammelt dann zu Hause nichts mehr. Mal drüber nachdenken ...
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