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Supermarkt-Blog

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Heute will ich meinem Ärger einfach mal freien Lauf lassen. Ärger über unangenehme Kunden. Über Zeitgenossen, die sich auch im Supermarkt so benehmen, als ob sie mit einem Rennschlitten auf der Autobahn unterwegs wären.
 
Am schlimmsten finde ich diejenigen, die sich an mir vorbeidrängeln – obwohl ich gerade an der Reihe bin und meine Waren aufs Kassenband lege – um ihre zwei, drei superwichtigen Einkäufe zu bezahlen. Mich schlichtweg ignorierend, ohne vorher zu fragen. Die jeden Einwand an sich abgleiten lassen. Hier bliebe wohl nur ein Eingreifen, ein Blockieren des Durchgangs. Beschimpfen führt vermutlich zur Eskalation. Kommt halt drauf an, ob der Kunde eher Typ Hänfling oder Bodybuilding ist.
 
Bilderstrecke Die Frankfurter Kleinmarkthalle
Die Frankfurter Kleinmarkthalle: Quer durch alle Schichten und Altersgruppen reicht die Beliebtheit des Genusstempels in der Innenstadt zwischen Hasengasse und Liebfrauenberg ... Foto: Martin Weis... und das seit 60 Jahren. Am 29. März 2014 feiert diese Frankfurter Institution einen runden Geburtstag.  Foto: Martin WeisBeliebt ist die Kleinmarkthallte wie eh und je. Foto: Martin Weis
Solche Kunden gibt’s genau wie jene, die sich an der Wursttheke grundsätzlich neben die Warteschlange stellen. „Ach, Entschuldigung, ich hab Sie gar nicht gesehen.“ Kein Problem, ich warte hier ja auch nur auf den Bus. Und die zehn hinter mir ebenso. Sehr ärgerlich – aber kaum zu verhindern – sind auch die Pfennigfuchsertypen, die vor einem an der Wursttheke an der Reihe sind: Zwei Scheiben hiervon, zwei Scheiben davon… Das dauert.
 
Besonders liebe ich jene Kunden, die hinter mir an der Kasse gar nicht mehr warten können und mir mit ihrem Wagen ständig in die Hacken fahren. Die setzen auch mal ihren Ellenbogen ein und lassen ihre Ware wie zufällig auf meine draufpurzeln – wozu auch ein Abstandsklötzchen aufs Band legen? Dieser Typus lässt mir nach dem Bezahlen nicht die Spur einer Chance, meine Einkäufe in die Tüte zu packen. Drängel, drängel. Es kommt hier ja auch auf jede Sekunde an.
 
Zu den Fleischthekendränglern und In-die-Hacken-Fahrern gesellen sich gerne noch die Leergutautomatenverstopfer, außerdem die Grundsätzlich-mit-Kleingeld-Bezahler und die Dummschwätzer, die einen ungefragt über alles Mögliche belehren. Sehr beliebt sind auch die Mit-angeschnalltem-Rucksack-Einkäufer, die bei jedem Herumdrehen unbemerkt das halbe Regal abräumen. Wenn mir dann draußen auf dem Parkplatz noch irgendwelche Einkaufswagenrempler dazukommen, die meinen Wagen beschädigen, dann hört’s bei mir langsam auf.
 
Die Krönung eines solchen Einkaufstages wäre dann, wenn mir am Ende noch jemand begegnet, dem ich lieber aus dem Weg gegangen wäre. Jemand, der mich nach all dem Verdruss noch volllabern muss. Das reicht dann für die nächsten Wochen Supermarkt.
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