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Supermarkt-Blog: Neulich im Supermarkt

Von Es nervt! Ständig werden wir beim Einkaufen berieselt oder beschallt. Zeit, für eine echte Sound-Innovation…
Musik im Supermarkt war mal eine echte Neuheit. Während die Amerikaner bereits in den 30er Jahren beim Einkaufen damit berieselt wurden, drangen sanfte Klänge in deutschen Supermärkten erst in den 60er Jahren aus den Lautsprechern. Hintergrundmusik hieß das mal. Erkannt und definiert in den USA, wo auch Soldaten und Büroangestellte damit effektiver und entspannter ihre Aufgaben verrichten sollten, überschwemmten seichte und unaufdringliche Klänge auch das Geschehen rund um die Regale.

Gut gelaunt – so die Hoffnung der Marketing-Strategen – packen wir gerne mal etwas mehr in den Einkaufswagen.

Hintergrundmusik durfte keinen Gesang enthalten, denn der Kunde sollte nicht abgelenkt, sondern entspannt werden. Deshalb durfte sie auch nie zu aufdringlich und somit laut sein. Was aber ist heute von dieser Hintergrundmusik geblieben?

Neulich erfasste mich der Schalldruck mehrerer Lautsprecher schon auf dem Parkplatz eines Supermarktes. Da dudelten ohne Unterbrechung die aktuellen Hits - und zwar in einer Lautstärke, dass eine Unterhaltung kaum mehr möglich war. Wer tut sich das freiwillig an? Wollen die Marktbetreiber ihre Kunden auf diese Weise wieder vertreiben?

Die Beschallung änderte sich dann im Verkaufsraum, der freilich heutzutage eher einer Halle gleicht. Hier dudelte zwar deutlich weniger aufdringliche Musik, aber doch recht zeitgemäße. Und weil gerade Samstag war und an solchen Tagen deutlich mehr Männer mit ihren Frauen einkaufen, bot der Markt einen außergewöhnlichen Service zu dieser Musik: Er lieferte die Zwischenstände aus der Fußball-Bundesliga. Die Musik brach kurz ab, und eine männliche Stimme verkündete, welcher Club gerade eben ein Tor geschossen hatte.

Das mag so manchem männlichen Fußballfan den samstäglichen Gang durch den Supermarkt etwas erleichtern. Die Hintergrundmusik jedoch, wie es sie einmal gegeben hat, ist heute den eher nervigen Klängen gewichen, mit denen wir ohnehin den ganzen Tag über beschallt werden.

Wie wäre es eigentlich mal mit mehr Stille? Das wäre eine echte Innovation.
 
 
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