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Irland

Von Auf Regen kann man sich dort eigentlich verlassen. Nur ich habe mal wieder kein Glück.
Ein Vorurteil besagt, dass die Irinnen rothaarig sind. Aber so rothaarig wie diese Dame am Strand in Howth bei Dublin? (Foto: Pia Rolfs) Bilder > Ein Vorurteil besagt, dass die Irinnen rothaarig sind. Aber so rothaarig wie diese Dame am Strand in Howth bei Dublin? (Foto: Pia Rolfs)
Alle träumen von 30 Grad - ich nicht. Denn als gebürtige Norddeutsche muss ich bei prallem Sonnenschein ständig meine hellkäsige Haut schützen, in Vollabdeckung, mit Sonnenhut und langen Hosen draußen herumlaufen - immer auf der Suche nach einem Schattenplätzchen. Ich werde ohnehin niemals braun, stattdessen rot und pelle mich dann wie eine Kartoffel. Daher wähle ich diesmal ein Urlaubsziel, an dem sich meine Haut vom Sonnenstress erholen kann. Und fahre Anfang Juni nach Irland.
 
Unter dem Gelächter meiner Mitmenschen packe ich immerhin noch eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 ein - schon zuhause benutze ich schließlich Faktor 20, und im Urlaub bin ich schließlich öfter draußen. Ansonsten wandern nur wenige T-Shirts in den Koffer und vor allem warme Pullover. Schließlich habe ich in einem Buch, das in Irland spielt, einmal den Satz gelesen: "Ich erinnere mich an den letzten Sommer. Es war ein Mittwoch."
 
Schon am Flughafen von Dublin scheint mir die Sonne direkt ins Gesicht. Jetzt hätte ich eine Sonnenbrille gebrauchen können. Aber keine Sorge, meint meine irlanderfahrene Reisebegleitung. "Das Wetter hält ja nicht."
 
Es stimmt. Das Wetter hält nicht, es wird immer wärmer und sonniger. Am dritten Tag vergesse ich morgens versehentlich, mir Nasenrücken und Nacken einzucremen, und hole mir in Limerick einen starken Sonnenbrand. Aua! Immerhin ist es nicht die gefürchtete Sonnenallergie. Die nächsten Tage muss ich eine Jacke tragen, in der ich unglaublich schwitze - nur um meinen Sonnenbrand abzudecken und nicht zu verschlimmern. Ich nehme mir vor, nach meiner Rückkehr wieder mal zum Hautkrebscheck zu gehen. Kein erholsamer Gedanke.
 
Am letzten Urlaubstag laufe ich im verschwitzten T-Shirt durch den wunderschönen Ort Howth bei Dublin und suche verzweifelt nach einem Platz im Schatten. Es gibt keinen. Da sie keine pralle Sonne gewöhnt sind, statten die Iren ihre Cafés offenbar nicht mit Sonnenschirmen fürs Draußensitzen aus. Auch Sonnenhüte sind nicht zu kaufen. Das Aufmacherbild der Zeitung zeigt ein Schwein, das mit Sonnencreme eingerieben wird. Ich grunze neidisch.
 
Erst beim Anflug auf Frankfurt sehe ich wieder das vertraute Bild: Wolken! Jetzt kann sich meine Haut wieder richtig erholen. Meine Seele allerdings wäre lieber noch ein Weilchen in Irland geblieben. Gegen sonnige Gemüter bin ich seltsamerweise gar nicht allergisch.

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