Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Thai-Massage

Von Horst Schlämmer hatte nur Rücken. Ich habe vor allem Nacken.
Ein Tempel des Schmerzes: FNP-Bloggerin Pia Rolfs spürt die Thai-Massage in allen Knochen und Muskeln. (Symbolbild: dpa) Ein Tempel des Schmerzes: FNP-Bloggerin Pia Rolfs spürt die Thai-Massage in allen Knochen und Muskeln. (Symbolbild: dpa)
Horst Schlämmer hatte nur Rücken. Ich habe vor allem Nacken. Er ist verspannt, verkrampft und steinhart. Entweder habe ich ein hartgekochtes Ei verschluckt und in den falschen Hals gekriegt, so dass es jetzt irgendwo in der Nackenmuskulatur liegt. Oder die Zeit ist reif für eine Thai-Massage.
 
Bisher habe ich mich im Studio mit den freundlichen Thai-Masseurinnen nur an die "Öl-Entspannungsmassage" für den verweichlichten Westeuropäer gewagt. Das ist eine Art sanft muskeldehnendes Streicheln, bei dem die Masseurin am Ende das überschüssige Öl in den Haaren des Kunden verreibt. Mit diesen fettigen Haaren kann er dann nur noch schnellstmöglich nach Hause fahren und hoffen, dass ihn auf dem Weg keiner sieht. Dieser fehlende soziale Kontakt ist oft schon Erholung genug.
 
Aber heute soll es etwas anderes sein. Das Ei in meinem Nacken lässt sich nicht mehr wegstreicheln. "Wirklich Thai-Massage?", fragt die nette Dame noch mal nach. Das sollte mir vermutlich zu denken geben, tut es aber nicht. Sie bindet mir einen Kittel um und fordert mich auf, mich auf den Bauch zu legen. Ich folge gehorsam und ahnungslos.
 
Kurze Zeit später schaffe ich es kaum noch, die Schmerzenslaute zu unterdrücken. Die Masseurin drückt auf Muskeln, die ich noch gar nicht kannte. Ein kleiner Punkt hinter der Schulter tut besonders weh. Ich fühle, wie sich mein Körper verkrampft - aus Angst vor dem nächsten "Aua". Aber es nützt ihm nichts. Das Dehnen und Ziehen geht gnadenlos weiter. Einmal kniet sich die kleine, aber unglaublich kräftige Frau auf mich, beugt mich an den Armen nach hinten oben. Ich fühle deutlich: Diese Bewegung war von der Natur nicht vorgesehen. Und das war auch gut so.
 
Immerhin ist die Masseurin gut geschützt: Weil der Kittel meine Haut bedeckt, sieht sie nicht, wie die blauen Flecken entstehen. Die sanfte Thai-Musik übertönt das beängstigende Knacken meiner Zeh-Gelenke.
 
Nach einer sehr langen Stunde ist alles vorbei. Die Abwesenheit von Schmerz ist pure Erholung. Und die Massage, so brutal sie auch war, hat gewirkt. Mein Nacken fühlt sich gut an. Ich kann meinen Kopf tatsächlich wieder problemlos in beide Richtungen drehen und sogar schütteln. Das ist sehr wichtig. Vor allem wenn mich jemand neugierig fragen sollte: "War es angenehm?"

Diskutieren Sie mit unserer Bloggerin! Wenn Sie sich noch nicht registriert haben, können Sie das kostenlos nachholen: Klicken Sie dafür einfach unter dem Kommentarfeld am Seitenende auf den beige hinterlegten Reiter „Für nicht registrierte Nutzer“. Dort können Sie sich ganz unkompliziert mit einem Benutzernamen Ihrer Wahl, einem Passwort und Ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Anschließend erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink, den Sie nur noch anklicken müssen – und schon können Sie kommentieren. Natürlich werden Ihre persönlichen Daten nur intern verwendet und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben. Unsere Blogger freuen sich auf Ihre Beiträge!
Zur Startseite Mehr aus Pia Rolfs - Auszeit

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse