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Auszeit-Blog

Von Die Kollegen sind weg - und ich mache im Büro endlich meine eigenen Regeln.
Die Kollegen sind weg - das ist fast so erholsam wie die Sommerfrische der 50er Jahre... (Alle Bilder: dpa) Bilder > Die Kollegen sind weg - das ist fast so erholsam wie die Sommerfrische der 50er Jahre... (Alle Bilder: dpa)
In den Sommerferien sich an vollen Stränden drängeln, am Flugzeugschalter Schlange stehen oder gar im Stau schwitzen? Das zehrt an den Nerven. Ich versuche derweil lieber, mich zu erholen. Beim Urlaub im Büro.
 
Denn während ein Drittel der Deutschen laut einer neuen Umfrage auch im Urlaub weiterarbeitet, wird die Weiterarbeit der Daheimgebliebenen glücklicherweise nicht untersucht. Von wem auch? Zwar habe ich bislang genau so viel zu tun wie vorher. Aber darauf kommt es gar nicht an.
 
Ich sitze nämlich entspannt und allein in einem Raum, in dem ich nun die Herrin der Klimaanlage bin. Der nette Kollege, der unser Zimmer leider gern auf ICE-Temperaturen herunterkühlt, liegt jetzt irgendwo an einem nicht klimatisierten Strand. Der Arme. Und hier im Büro sind dank seiner Abwesenheit die Temperaturen endlich einmal so angenehm warm wie draußen, kann ich zur Abwechslung Sommerkleider und Röcke tragen. Mit diesem leichten Gefühl arbeite ich zugluftfrei vor mich hin. Vielleicht müffele ich auch schon, aber ich rieche es selbst nicht. Wie erholsam.
 
Meine Beine habe ich hochgelegt, auf den umgedrehten Papierkorb der Kollegin. Sie sieht es ja nicht. Es sind weniger Abstimmungen erforderlich, weil die Urlauber nicht mitreden können. Da geht die Arbeit zügiger von der Hand. Die Anrufe werden seltener. Die einen wissen vermutlich nicht, dass überhaupt noch jemand arbeitet. Die anderen sind weggefahren. Und wer sich eigentlich beschweren wollte, hat es vielleicht im Freibad vergessen - oder seinen Ärger mit einem Eis heruntergeschluckt.
 
Wer da draußen ein Eis haben möchte, muss dafür allerdings in glühender Hitze und unter Sonnenbrandgefahr anstehen. Wird vielleicht noch von Insekten attackiert! Ich dagegen mache ich einfach eine kurze Pause und schlurfe zum Eis-Automaten in der Kantine. Ein paar Kollegen in Shorts lachen mir auf dem Flur fröhlich zu. Sie haben heute keine Pressekonferenzen, keine Termine, können sich kleiden wie in der Freizeit. Eisschleckend kehre ich an meinem Platz zurück, kein Vorgesetzter ist in Sicht. Irgendwo habe ich mal das Gerücht gehört, dass die Abwesenheit des Chefs die wahre Urlaubszeit des Angestellten ist. Aber für alle Chefs, die mitlesen: Das kann nicht sein!
 
Nur eines trübt meine Erholung: der Gedanke, dass dieser Zustand nicht ewig dauern kann. Irgendwann kommen sie alle wieder zurück. Gestresst vom Urlaub, vom Gedränge, von den hohen Preisen, manchmal auch von ihren Familien. Und dann wird es höchste Zeit zu verschwinden. Irgendwann, wenn die Ferien zu Ende sind, gehe ich auch in Urlaub. Natürlich nicht etwa aus Spaß oder gar Arbeitsunlust. Sondern aus purer Rücksichtnahme. Die Kollegen müssen sich im Büro ja auch mal von mir erholen.
 
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