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Auszeit-Blog

Von Diesmal: Wer sich selbst nicht mehr überraschen kann, kann einpacken.
Nein, diese Koffer gehören nicht alle unserer Bloggerin Pia Rolfs. Schön wär's... (Foto: dpa) Nein, diese Koffer gehören nicht alle unserer Bloggerin Pia Rolfs. Schön wär's... (Foto: dpa)
Vor die Tugend haben die Götter den Schweiß gesetzt  - und vor den Urlaub das Kofferpacken. Diesmal aber will ich alles ganz entspannt angehen. Und dieser Vorsatz ist Selbstbetrug für Fortgeschrittene.
 
Denn die Frage "Was nehme ich mit?" lässt sich ohne innere Konflikte nicht lösen. Mein Verstand sagt, ich soll mich beschränken. Meike Winnemuth, deren faszinierendes Buch "Das große Los" ich gerade gelesen habe, hat für eine Weltreise schließlich weniger eingepackt als ich normalerweise für 14 Tage.
 
Aber gleichzeitig möchte ich für alle Situationen gewappnet sein. Für Kälte, Hitze, Theaterbesuch, das Abbrechen aller Absätze, das Bekleckern des fünften hellen T-Shirts und den Totalausfall der gesamten Zivilisation. Da ich aber nicht weiß, was mir davon erspart bleibt, kann ich unmöglich entscheiden, was draußen bleiben kann. Im Grunde ist es beim Kofferpacken wie beim Abitur. Und dazu sagte eine Mitschülerin anno 1988 einst die weisen Worte: "Man muss für das Abitur nur eine einzige Seite des Buches kennen - aber man weiß ja nicht, welche."
 
Und eigentlich ist der Koffer sogar ein Symbol, entnehme ich der Pressemitteilung über das Buch "Knappheit. Was es mit uns macht, wenn wir zu wenig haben“. Demnach gibt es im Leben einen Zeitkoffer, einen Geldkoffer und einen Kalorienkoffer. Und immer muss man entscheiden, was rein soll. Wer also nicht mal einen Reisekoffer packen kann, ist zweifellos lebensuntauglich.
 
Um mir selbst Systematik vorzutäuschen, mache ich eine umfangreiche Liste der Kleidungsstücke. Ich wasche, bügele und falte - und stelle plötzlich fest, dass ich nichts mehr zum Anziehen habe. Denn alles, was potenziell mit auf die Reise kommt, kann ich nicht mehr tragen. Es könnte noch dreckig werden.
 
Erst als ich kurz vor der Abreise die Wettervorhersage sehe, fliegt die Hälfte der Klamotten wieder raus. Die Liste wird zusammengestrichen, ergänzt, geändert. Nun bin ich richtig im Kofferpack-Stress.
 
Aber es hat sich gelohnt. Als ich mit dem Packen fertig bin, ist tatsächlich noch Platz im Koffer! Für ungefähr zehn Sekunden. Denn spontan und völlig irrational werfe ich noch den alten Lieblingspulli hinein, der gar nicht mitsollte. Und noch ein Paar Schuhe. Wer sich selbst nicht mehr überraschen kann, kann schließlich einpacken. Fragt sich nur, was.
 
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